Schiiten als Opfer
Pakistan: Dutzende Tote bei Anschlag auf Moschee
Das Viertel, in dem das Attentat verübt wurde, wird laut den Behörden hauptsächlich von Schiiten bewohnt, die in Pakistan gegenüber den Sunniten in der Minderheit sind. Laut Augenzeugen gingen zwei Wohnungen und benachbarte Geschäfte in Flammen auf. Der Angriff habe sich ereignet, als Gläubige aus der Moschee gekommen seien, hieß es.
Taliban und sunnitische Terrorgruppe als Urheber?
Die Polizei verdächtigt die Taliban und die sunnitische Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi als Urheber. Die Gruppe hatte sich bereits im Jänner und Februar zu zwei Anschlägen auf Schiiten in der südwestpakistanischen Stadt Quetta mit insgesamt mehr als 175 Toten bekannt.
Das öffentliche Leben in Karachi kam am Montag weitgehend zum Erliegen. Schulen, Geschäfte und Märkte blieben geschlossen, auch öffentliche Verkehrsmittel stellten den Betrieb ein, nachdem die Behörden einen Tag der Trauer ausgerufen hatten.
Wirtschaftsmetropole schon mehrfach Attentatsziel
In der Wirtschaftsmetropole Karachi leben rund 18 Millionen Menschen. Im vergangenen Jahr wurde die Hafenstadt im Süden des Landes von einer Serie von Gewalttaten erschüttert. Dabei wurden nach Angaben der unabhängigen Pakistanischen Menschenrechtskommission fast 3.000 Menschen getötet.
Schiiten stellen etwa 20 Prozent der 180 Millionen Pakistanis und werden immer wieder zum Ziel von Terroranschlägen von Sunniten, die ihre Angriffe zuletzt verstärkt haben. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zählte im vergangenen Jahr mehr als 400 schiitische Opfer, die bei "gezielten Angriffen" in Pakistan getötet wurden.
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