Deutsche Unternehmen sind zuletzt verstärkt Opfer von Hackerangriffen aus China geworden. Vor einigen Monaten habe es eine "bemerkenswerte" Attacke auf den europäischen Rüstungs-, Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern EADS gegeben, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf Konzernkreise. Das Unternehmen bestätigte dem Magazin demnach einen "Standardangriff". Dem Bericht zufolge war der Vorgang aber so schwerwiegend, dass EADS die deutsche Bundesregierung darüber informierte.
ThyssenKrupp Ziel eines "massiven Angriffs"
Ziel eines "massiven Angriffs besonderer Qualität" war dem Nachrichtenmagazin zufolge auch ThyssenKrupp. Der Stahlkonzern teilte mit, die Attacke sei auf die USA beschränkt gewesen, die IP-Adressen der Täter seien chinesisch gewesen. Unklar sei allerdings, ob und welche Daten die Angreifer entwendet hätten.
Das Magazin berichtete weiter, der deutsche Verfassungsschutz habe im vergangenen Jahr fast 1.100 Hackerangriffe ausländischer Nachrichtendienste registriert. Ziele waren demnach vor allem das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt sowie das Wirtschaftsministerium. Besonders stark seien die Angriffe im Vorfeld des G-20-Gipfels auf Mitglieder der deutschen Delegation gewesen. Der "Focus" schrieb von mehr als 1.000 digitalen Angriffen aus China.
Ton zwischen Washington und Peking wird rauer
Zuletzt wurden in den USA groß angelegte Hackerangriffe auf zahlreiche große Firmen vermeldet, die offenbar aus der Volksrepublik begangen wurden. Betroffen waren unter anderem Microsoft, Apple, Facebook, Twitter sowie große Zeitungen, wobei ein Teil der Attacken nach China, ein anderer in die Ukraine zurückverfolgt wurde.
Das US-Sicherheitsunternehmen Mandiant machte in einem Bericht eine Sondereinheit der chinesischen Armee für die Angriffe auf die US-Zeitungen (siehe Infobox) verantwortlich. China hat die Vorwürfe zurückgewiesen und angegeben, selbst regelmäßig Hackerangriffe aus den USA zu verzeichnen, dafür aber nicht die dortige Regierung verantwortlich zu machen.
Der Tonfall zwischen Peking und Washington wurde zuletzt deutlich rauer. Nachdem US-Präsident Barack Obama erst kürzlich per Dekret einen besseren Schutz wichtiger US-Internetseiten vor Hackerangriffen anordnete, fordern US-Politiker nun eine weitere Verschärfung der Gangart bei Angriffen aus dem Web. So kündigte der US-Generalstaatsanwalt Eric Holder kürzlich an, man denke über Wirtschaftssanktionen gegen Staaten nach, aus denen vermehrt Cyberangriffe gemeldet werden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.