Weinstraße im Visier

Airbnb und Co.: Steiermark startet „Aktion scharf“

Steiermark
14.04.2026 17:00

Alleine in der Südsteiermark sind bereits mehr als 1000 Unterkünfte auf Airbnb gelistet, auf Booking.com sind es etwa 900 – und nicht immer werden die gesetzlichen Spielregeln eingehalten. Die Wirtschaftskammer startet daher eine „Aktion scharf“: Wer sein Gewerbe trotz Ermahnung nicht anmeldet, wird angezeigt.

„Wir bekommen von unseren Mitgliedern immer mehr Klagen, dass es auf den diversen Onlineplattformen einen stark wachsenden Wildwuchs an touristischen Angeboten gibt, die nicht die notwendigen Rahmenbedingungen erfüllen“, sagen die Wirtschaftskammer-Obmänner Johann Spreitzhofer (Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft) und Alfred Grabner (Fachgruppe Hotellerie). Gehäuft gab es zuletzt Fälle in der Südsteiermark, ganze Ferienhäuser sind betroffen. 

Daher startet jetzt in dieser Region die „Aktion scharf“: Der hauseigene Erhebungsdienst der Wirtschaftskammer unter der Leitung von Andreas Schlemmer soll illegale Privatzimmervermietung aufspüren – also Fälle, bei denen es sich eigentlich bereits um einen Gewerbebetrieb handelt. 

Johann Spreitzhofer, Andreas Schlemmer (Leiter des Erhebungsdiensts), Bernd Pitteroff ...
Johann Spreitzhofer, Andreas Schlemmer (Leiter des Erhebungsdiensts), Bernd Pitteroff (Geschäftsführer der Fachgruppen Gastronomie und Hotellerie) sowie Alfred Grabner (v.l.)(Bild: Foto Fischer)

Die Privatzimmervermietung fällt nämlich nicht in die Gewerbeordnung. Dafür gibt aber klare Voraussetzungen: Die Gäste müssen im selben Haus oder in derselben Wohnung wie der Vermieter leben. Die Vermietung darf nur eine Nebenbeschäftigung sein, erlaubt sind maximal zehn Betten, verboten sind  familienfremde Mitarbeiter sowie Zusatzangebote wie Wellness. 

Wer unter die Gewerbeordnung fällt, muss strengere Auflagen erfüllen, etwa in Sachen Brandschutz und Sicherheitsauflagen. „Es geht also auch um die Sicherheit der Gäste“, betont Spreitzhofer. Er will aber nicht auf frontalen Konfrontationskurs gehen: „Wir unterstellen keinem, dass er absichtlich kein Gewerbe anmeldet. Es herrscht vielfach Unwissenheit. Wir möchten daher vor allem aufklären und beraten.“ Dafür wurde auch ein Informationsfolder erstellt.

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Wer Ermahnungen ignoriert, wird ausnahmslos angezeigt.

Johann Spreitzhofer 

Es drohen Anzeigen
Klar sei aber auch: Falls sich Betroffene auch nach der Ermahnung noch immer keine Gewerbeberechtigung besorgen, werden sie ausnahmslos angezeigt, betonen die Kammervertreter. Der Schwerpunkt soll von der Südsteiermark ausgehend bald auf das gesamte Bundesland ausgeweitet werden. 

Schon seit dem Vorjahr sieht die Stadt Graz näher beim Thema Kurzzeitvermietung hin. Seit dem Frühjahr 2025 liefert Airbnb Daten an das Rathaus, damals waren es etwa 900 Grazer Wohnungen auf der Plattform. 155 Vermieter führten keine Nächtigungsabgabe ab und wurden angeschrieben, die meisten zahlten daraufhin die Abgabe. 

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