Eine „Wampe“ haben wohl die wenigsten Betroffenen gern. Aber woran kann es liegen, wenn man (fast) nur am Bauch zunimmt? Gleich vorweg: Nicht alle Molligen sind undiszipliniert und faul. Was wirklich dahintersteckt und wie man diese Fettansammlungen gezielt bekämpft.
Vor allem bei jüngeren Frauen und Männern ist tatsächlich meist eine Kombination von genetischen, lebensstilbedingten und hormonellen Faktoren an Fettansammlungen im Bauchbereich schuld. Dazu zählen u. a. ungesunde Ernährung (reich an Zucker und Fett) und Bewegungsmangel, aber auch Stress, wenig Schlaf und häufiger Alkoholkonsum.
Ist am Bierbauch wirklich nur Bier schuld?
Ein „Bierbauch“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Fettansammlungen im Bauchbereich, die typischerweise fest und kugelförmig sind. Dabei lagert sich Fett nicht nur direkt unter der Haut an, sondern zusätzlich im Bauchraum (um Darm, Leber und andere innere Organe). Ärzte sprechen vom „viszeralen Fett“, das schwerwiegende negative Folgen auf die Gesundheit haben kann.
Auch wenn die Bezeichnung es vermuten lässt: Es ist meist nicht Bier alleine, das den Bauchumfang größer werden lässt. Ganz unschuldig ist es aber nicht: Alkoholkonsum trägt nämlich dazu bei, dass Übergewicht entsteht, da der Fettabbau auf Sparflamme gefahren wird. Denn einerseits hat Alkohol im Vergleich zu anderen Lebensmitteln sehr viele Kalorien. Wer ihn trinkt, isst andererseits auch öfter über den Hunger hinaus. Denn vor allem Bier enthält Bitterstoffe, die den Appetit fördern können.
Wenn die Hormone verrückt spielen
Oft ist es aber auch mit weniger essen und einem geringeren Alkoholkonsum nicht getan. Manchmal handelt es sich nämlich um einen „Hormonbauch“. Vor allem rund um die Wechseljahre stellen Frauen fest, dass sie an Bauch und Taille zulegen, obwohl sie seit Jahren nichts an ihrer Ernährung geändert haben. Exzessiver Sport und strenge Diäten führen in diesem Fall ebenso nicht zu einer Verringerung des Fetts.
Der Grund liegt in einem hormonellen Ungleichgewicht: Der Progesteronspiegel sinkt und der Östrogenspiegel steigt im Vergleich dazu. So trägt etwa Progesteron zur Regulierung des Blutzuckerspiegels bei. Bei einem Mangel kann dieser Spiegel instabil werden – dann sind Heißhungerattacken und übermäßiges Essen die Folgen. Darüber hinaus lagert der Körper bei Progesteronmangel eher Fett ein.
Bei einer „Östrogendominanz“ (Überschuss an Östrogen im Verhältnis zu Progesteron) speichert der Körper mehr Wasser. Viele Frauen bemerken das etwa an ihren Fingern (wenn z. B. die Ringe nicht mehr passen) und ihren Beinen. Das Körperfett lagert sich überdies in der Bauchgegend ab. Die bereits erwähnte falsche Ernährung und chronischer Stress (erhöht die Produktion von Cortisol, einem Hormon, das die Fettansammlung im Bauchbereich fördert) wirken als „Verstärker“.
Was kann man gegen den „Speck“ tun?
Zu wenig zu essen, verschlimmert die Situation nur. Auch Fettwegspritzen und Fettabsaugung helfen nicht. Nehmen Sie idealerweise ärztliche Hormon- und Ernährungsberatung in Anspruch. Dort erfährt man etwa, dass es auch hormonell ausgleichende Lebensmittel gibt, die den Hormonbauch wieder zum Schmelzen bringen: So binden etwa unlösliche Ballaststoffe Östrogen und helfen, es rasch über den Darm auszuscheiden. Gute Quellen wären beispielsweise Gerste, Hafer, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Flohsamenschalen und Nüsse.
Zudem tragen Probiotika zur Verbesserung der Darmgesundheit bei und fördern eine Balance der Hormone. Probiotika sind Produkte, die lebensfähige Mikroorganismen enthalten. Dazu gehören natürliche Lebensmittel wie Sauerkraut und Rote Rübe, speziell damit angereicherte Produkte wie Joghurts und Nahrungsergänzungsmittel sowie Medikamente. Natürlich hilft auch Bewegung dabei, den Hormonhaushalt auszugleichen, die Stimmung zu verbessern und Stress abzubauen.
Übrigens können auch Männer einen Hormonbauch haben: Bei „ihm“ wird die „Wampe“ ebenso durch Faktoren wie Stress, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und eben hormonelle Veränderungen verursacht. Ein wichtiger Faktor ist das Hormon Testosteron: Ein niedriger Spiegel führt mitunter zu einer Zunahme von Bauchfett.
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