Kampagne in Italien

Initiative für Smartphone-Verbot unter 14 Jahren

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10.09.2024 10:45
Porträt von krone.at
Von krone.at

Italienische Pädagogen haben eine Kampagne gestartet, um Kindern unter 14 Jahren die Nutzung von Smartphones zu verbieten. Die Initiative ruft die Regierung zur Verabschiedung eines Gesetzes auf, das für Kinder bis 16 Jahre auch verbieten soll, einen Account in sozialen Netzwerken einzurichten. 

Der Appell wurde von Politikern, Intellektuellen und Schauspielern unterstützt, so die Tageszeitung „La Repubblica“. „Wir sind nicht technologiefeindlich, aber die Neurowissenschaften bezeugen, dass bestimmte Bereiche des Gehirns sich nicht vollständig entwickeln können, wenn das Kind Aktivitäten und Erfahrungen in der digitalen Welt macht, die es eigentlich in der realen Welt machen sollte“, hieß es in dem Schreiben laut dem römischen Zeitungsbericht vom Dienstag.

Die negativen Folgen für Kinder, die ständig mit Handys und Tablets hantieren, manifestierten sich an zwei Fronten: „Ein direkter Schaden hängt mit der Sucht zusammen, ständig zum Smartphone zu greifen. Außerdem kommt es zu einem indirekten Schaden, weil die Interaktion mit Bildschirmen Kinder daran hindert, die Erfahrungen im wirklichen Leben zu machen, die für das Heranwachsen unerlässlich sind“, wird argumentiert.

„Die Zeit ist reif“
In Schulen, in denen Smartphones verboten sind, würden die Schülerinnen und Schüler auch besser lernen. „Die Zeit ist reif. Wir zählen darauf, dass Italien zum ersten Land wird, das einen Durchbruch schafft. Wir dürfen nicht zusehen, wie eine ganze Generation in Smartphones ertrinkt. Die Situation ist außer Kontrolle“, so einer der Initiatoren, Daniele Novara, zur Zeitung.

Verbot für Minister „nicht der richtige Weg“
Der italienische Jugendminister Andrea Abodi zeigte wenig Enthusiasmus für den Vorschlag. Ein Verbot für Kinder zur Nutzung von Smartphones sei nicht der richtige Weg. Man müsse sie vielmehr zu einem verantwortungsbewussteren Umgang mit der digitalen Technologie erziehen. „Es ist ein Problem der Grenzen und nicht der Verbote“, sagte er laut Medienangaben.

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