Wenige Tage nach dem Attentatsversuch von München haben die deutschen Polizeibeamten den Ort des Attentats noch einmal unter die Lupe genommen. Ebenfalls im Fokus: Das stark beschädigte Handy von Emrah I.
Drei Tage nach dem mutmaßlichen Terroranschlag von München haben sich Ermittler zu einer Tatortbegehung getroffen. Dabei sahen sie sich den Bereich zwischen dem israelischen Generalkonsulat und dem NS-Dokumentationszentrum an, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) Bayern erläuterte. Dort sind unter anderem Einschussstellen zu sehen. Im Fokus der Ermittler stehe vor allem das Handy von Emrah I., dem 18 Jahre alten Attentäter aus dem Flachgau.
Das Gerät sei bei dem Schusswechsel am Donnerstag wohl beschädigt worden, habe aber wiederhergestellt werden können. Die Ermittler erhoffen sich nun Erkenntnisse zum Motiv des Mannes, zu möglichen Mitwissern und zur Frage, wie er sich gegebenenfalls radikalisierte. Die Sonderkommission (Soko) Karolinenplatz bestehe aus knapp 100 Beamten.
Ermittler gehen Hinweisen auf Motiv nach
In die Ermittlungen involviert seien Kräfte der Operativen Fallanalyse, die sich vor allem mit der Motivlage befassten sowie interne Ermittler, deren Aufgabe es sei, die Rechtmäßigkeit des Schusswaffengebrauches durch Polizeibeamte festzustellen.
Der zuletzt in Neumarkt am Wallersee wohnhafte Emrah I. soll mit einem Schweizer Wehrmachtskarabiner neun Schüsse abgegeben haben – erst auf Gebäude, darunter das NS-Dokumentationszentrum und das benachbarte israelische Generalkonsulat. Später schoss er offenbar auch auf Polizisten. Beamte schossen den 18-Jährigen mit einer Vielzahl von Schüssen nieder. Der Angreifer starb noch vor Ort. Die Ermittler gehen Hinweisen auf ein islamistisches oder antisemitisches Motiv nach.
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