Ein Kommentar von „Salzburg-Krone“-Chefredakteur Claus Pándi.
Die Salzburger Staatsanwaltschaft schweigt zum Fall des islamistischen Jungterroristen. Das mag daran liegen, dass bei den Staatsanwälten noch einige peinliche Fragen zu klären sind. Die Anklagebehörde soll seit Langem über den nun in München getöteten Salzburger informiert gewesen sein. Ein Verfahren ist aber im Vorjahr zu den Akten gelegt worden. Obwohl Ermittler auf dem Handy des radikalisierten Teenagers IS-Propagandamaterial gefunden hatten. Kurz gesagt: Man ahnte einiges, aber tat wenig.
Ob das wirklich so war, lässt sich schwer überprüfen. Denn – siehe oben – die Staatsanwaltschaft zieht es ja vor zu schweigen.
Das ist in so einer Situation nicht klug. Schweigen schafft Platz für Verschwörungsmythen. Kaum besser waren die bürokratischen Erklärungen von Innenminister Gerhard Karner und dem Generaldirektor für öffentliche Sicherheit Franz Ruf gestern im Fernsehen. Bei den beiden wirkt fast jeder Auftritt wie eine Folge aus Hubert und Staller.
Das wäre schon in Zeiten der Sicherheit nur halblustig gewesen. In der aktuellen Lage ist es bloß bitter.
Zum Glück funktioniert die Polizei in Bayern und Salzburg – unabhängig vom Zustand des politischen Spitzenpersonals in Wien.
Bei der Auswahl der Oberstrategen für Justiz und Sicherheit wird man sich etwas einfallen lassen müssen. Es nützt nichts, wenn im Wahlkampf bei jeder Gelegenheit mehr technische Möglichkeiten gefordert werden, aber keiner da ist, der auch die richtigen Schlüsse ziehen kann.
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