In Zeiten wie diesen gibt es kaum ein Entkommen vor diversen Wahlkampfreden. Was wir da so zu hören bekommen, drückt auf Dauer schwer aufs Gemüt.
Am Samstag beschimpfte Herbert Kickl in einer seiner üblichen Hasspredigten die Salzburger Festspiele und deren Gäste als „Heuchler und Inzuchtpartie“. Bei Andreas Babler ist ohnehin immer etwas eine Schande oder ein Skandal. Und der famose Innenminister raunt frühmorgens aus dem Radio dem Volk zu, dass wir den Gefahren dieser barbarischen Welt wehrlos ausgesetzt sind.
Bei diesen düsteren Geschichten des Niedergangs könnte fast der Eindruck entstehen, Österreich sei ein „Failed State“, also ein Land, in dem alles den Bach runtergeht und nichts mehr richtig funktioniert.
Das ist maximaler Unsinn und zeigt ein erschütternd geringes Vertrauen der Politik in den unternehmerischen Mut, in den Fleiß, in die Leistungsfähigkeit und in den Erfindungsreichtum der Bevölkerung.
Nur weil eine Regierung am Ende ihres Weges ist, sind das Land und Leute noch lange nicht.
Österreich hat Schwierigkeiten wie andere Länder auch. Doch kein Problem ist so neu oder so groß, dass es unlösbar wäre. Die politischen Kräfte wirken jedoch seit Längerem erschöpft.
Anders verhält es sich bei den Leserinnen und Lesern dieser Zeitung. Sie haben eine besondere Kraft. Ihre Stimmen sind die Stimme Österreichs. Mit dieser Stimme kann es möglich werden, dass Österreich eine bessere Zukunft hat.
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