06.02.2013 13:49 |

Intrige im Theater

Bolschoi-Startänzer für Säureattacke verantwortlich?

Der Generaldirektor des Moskauer Bolschoi-Theaters hat den Meistertänzer Nikolai Ziskaridze (li.) indirekt für die Säureattacke auf Ballettchef Sergej Filin (re. und 2. Bild) verantwortlich gemacht. Der Startänzer habe die Atmosphäre geschaffen, die zu dem Angriff auf Filin geführt habe, sagte Bolschoi-Chef Anatoli Iksanow am Mittwoch. "Ich habe das Gefühl: Was passiert ist, ist das natürliche Ergebnis von dem Chaos, das vor allem von Nikolai Maximowitsch Ziskaridze gesät wurde."
Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Die "Tragödie" um Filin sei nur möglich gewesen vor dem Hintergrund von Ziskaridzes "Anwürfen gegen das Theater und dessen Personal, der konstanten Intrigen und seiner Sicherheit, ungestraft davonzukommen", sagte Iksanow dem russischen Magazin "Snob".

"Ein Mann mit verrücktem Ehrgeiz"
Der Bolschoi-Direktor beschrieb den Startänzer als "einen Mann mit verrücktem Ehrgeiz". Nachdem Ziskaridze bei der Besetzung des Postens des Ballettchefs übergangen worden sei, habe er den Job des Generaldirektors oder gar den Posten des musikalischen Direktors haben wollen, der normalerweise lediglich einem Dirigenten vorbehalten ist.

Ein Unbekannter hatte Ballettchef Filin Mitte Jänner Säure ins Gesicht geschüttet. Der ehemalige Weltklasse-Tänzer erlitt Verätzungen dritten Grades im Gesicht und an den Augen. Mittlerweile wird er in einer Klinik im deutschen Aachen behandelt. Die russische Polizei ging von Beginn an von einem beruflichen Hintergrund als Motiv für die Attacke aus.

Iksanow sagte am Mittwoch außerdem, es gebe "keinen Zweifel", dass Ziskaridze im Jahr 2011 in eine Schmutzkampagne gegen den ehemaligen Tänzer Gennadij Janin verwickelt war. Dieser musste zurücktreten, nachdem Fotos von einer schwulen Sex-Orgie im Netz verbreitet wurden, an der er angeblich beteiligt war. Janin war damals für den Posten des Ballettchefs designiert, um den sich eben auch Ziskaridze beworben hatte.

Beschuldigter weist Vorwürfe zurück
Ziskaridze wies die Vorwürfe des Bolschoi-Chefs zurück. Er habe keine Verbindung zu dem Säureangriff auf Filin - "außer Mitgefühl für Sergej", sagte er "Snob". Auch mit der Schmutzkampagne gegen Janin habe er nichts zu tun, er sei vielmehr jahrelang mit dem Tänzer befreundet gewesen.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).