Fr, 24. Mai 2019
06.02.2013 12:40

Waffen als Pflicht

Angst vor Endzeit: US-'Prepper' wollen Festung bauen

In den USA erhält eine Bewegung seit Beginn der Finanzkrise vermehrt Zulauf: Die sogenannten Prepper oder auch Survivalists bereiten sich auf den Zusammenbruch der globalen Wirtschaft, des Staates und somit der Gesellschaftsordnung vor. Während die meisten Prepper lieber allein ums Überleben kämpfen wollen, sorgt nun eine Gruppe in Idaho für Aufsehen, die eine gewaltige Festung errichten will. Waffen sind natürlich Pflicht.

Prepper wollen auf Katastrophen aller Art vorbereitet sein, sie fürchten groß angelegte Terrorattacken ebenso wie einen Kollaps des Staates, den Ausfall jeglicher Elektrizität durch einen elektromagnetischen Puls sowie Pandemien. Zu diesem Zweck bauen sie Bunker, horten massenhaft Waffen sowie Munition und natürlich Essen in Dosen.

Eigene Waffenfabrik für die "Zitadelle"
Das ist einigen Survivalists nahe St. Maries im US-Bundesstaat Idaho jedoch nicht genug. Sie wollen gemeinsam kämpfen, statt sich einsam auf den Weltuntergang vorzubereiten, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Aus diesem Grund planen sie eine riesige Festung im Mittelalter-Stil, genannt "die Zitadelle". Bis zu 7.000 Familien sollen darin laut Website Platz finden, genau wie Schulen, ein Hotel, ein Museum und - natürlich - eine eigene Waffenfabrik. Das Gelände soll acht bis zwölf Quadratkilometer groß sein, mehrere Hundert künftige Bewohner hätten sich bereits gemeldet, heißt es.

Liberale unerwünscht, Waffen Pflicht
Es solle sich um eine "Gemeinschaft der Freiheit" handeln, so die Planer hinter dem Projekt. Einer von ihnen ist der wegen Erpressung und illegalen Waffenbesitzes verurteilte Christian Kerodin. Er ließ in einer E-Mail wissen, es werde keinen Anführer der "Zitadelle" geben, stattdessen bringe jedes Mitglied "seine eigenen beruflichen Fähigkeiten und Lebenserfahrungen" ein. Wer nicht erwünscht ist, ist ebenfalls bereits klar. Auf der Website heißt es: "Marxisten, Sozialisten, Liberale und Establishment-Republikaner" würden nicht zur Gruppe passen. Wer sich dennoch angesprochen fühlt, hat nur eine Pflicht: Waffenbesitz ist ein Muss sowie die Erklärung, die Festung im Fall des Falls mit allen Mitteln zu verteidigen.

Paranoide Weiße von isolierter Lage angezogen
Speziell im nördlichen Idaho sei die "Zitadelle" kein Einzelfall, so die AP. Aufgrund der isolierten Lage, der offenen Landschaft und der hauptsächlich weißen Bevölkerung habe sich etwa schon die Neonazi-Gruppe "Aryan Nations" 30 Jahre lang dort wohlgefühlt, bis sie pleitegegangen sei. Seit mit Barack Obama der erste schwarze Präsident der USA ins Amt kam, hätten selbst ernannte "patriotische" Gruppen weiteren Zulauf erhalten. Und auch die aktuelle Debatte um schärfere Waffengesetze tue ein Übriges, Menschen mit paranoiden Neigungen anzuziehen.

Auch kritische Stimmen in Idaho
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen in Idaho, gegenüber der AP zeigten sich mehrere Einwohner von St. Maries skeptisch. Man müsse sich in dieser Gegend gegenüber niemandem verteidigen, zudem profitiere niemand davon, sich abzuschotten, so die Kritik an den Plänen. Ob diese tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, bleibt ohnehin abzuwarten - bisher scheint nur die Website zu existieren, mit dem Bau sei seit einem Antrag vom November 2012 nicht begonnen worden, so die AP.

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