Sollen Spione sein
Kolumbien: Zwei Deutsche von Rebellen entführt
Offiziell wurde die Geiselnahme seitens der deutschen Regierung nicht bestätigt. "Das Auswärtige Amt geht den Hinweisen nach, dass zwei Deutsche in Kolumbien entführt seien, und steht mit allen relevanten Stellen in Kontakt", sagte ein Sprecher des Außenministeriums gegenüber "Spiegel Online".
Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos (Bild) forderte die sofortige Freilassung der zwei Ausländer. "Wem könnte es einfallen, dass zwei Deutsche hier in Kolumbien spionierten? Das ist nur eine Ausrede, die niemand mit klarem Verstand akzeptiert", erklärte Santos. Die Rebellen wiederum behaupten auf ihrer Internetseite, dass es sich bei den beiden Gefangenen um Geheimagenten handelt, da sie seit ihrer Entführung vor rund zwei Wochen nicht erklären könnten, warum sie sich in dem Gebiet aufgehalten hatten. Außerdem habe die Männer bisher niemand als vermisst gemeldet.
Regierug will Rotes Kreuz als Vermittler einbinden
Die ELN hatte bereits am 18. Jänner fünf Arbeiter einer Mine - darunter ein Kanadier, zwei Peruaner und zwei Kolumbianer - in der nördlichen Provinz Bolivar verschleppt. Die Armee sucht seitdem in der Region nach den Geiseln. Die kolumbianische Regierung soll bereits angeboten haben, das Rote Kreuz als Vermittler einzuschalten, um "das Leben der Entführten mit einer Militäraktion nicht aufs Spiel zu setzen", zitiert "Spiegel Online" Präsident Santos.
Die Rebellengruppe ELN ist nach den marxistischen "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (FARC) die zweitgrößte Miliz, die seit 1964 wie die FARC einen bewaffneten Kampf gegen die kolumbianische Regierung führt. Die Nationale Befreiungsarmee verfügt derzeit laut Schätzungen über etwa 2.500 Kämpfer. Derzeit führen Regierung und Rebellen Friedensgespräche in der kubanischen Hauptstadt Havanna.
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