Drama im Dienst

China: Beamter für Familienplanung überfuhr Baby

Ausland
05.02.2013 08:37
Ein für die Familienplanung zuständiger Beamter hat in China das Baby einer Familie überfahren, die er wegen Verstoßes gegen die Ein-Kind-Politik des Landes belangen wollte. Laut den Behörden forderte der Mann am Dienstag von den Eltern eine Strafgebühr. Als diese sich weigerten, wollte er sie in sein Büro bringen. "Er fuhr los, doch dann entdeckte er unter seinem Wagen die Leiche des 13 Monate alten Buben", hieß es.

Nach Angaben eines örtlichen Verwaltungsbeamten ereignete sich das Drama in der ostchinesischen Stadt Wenzhou (Bild). Das Baby sei noch in ein Krankenhaus gebracht worden, wo es aber kurz darauf gestorben sei. Die Behörden hätten nun Ermittlungen eingeleitet, wie der kleine Bub unter den Wagen gekommen sei.

Mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt. Um das Bevölkerungswachstum einzudämmen, gilt seit den späten 1970er-Jahren die Ein-Kind-Politik. In Städten lebende Paare dürfen nur ein Kind bekommen, Paare auf dem Land dürfen ein zweites Kind bekommen – allerdings nur, wenn das erste ein Mädchen ist.

Verstoßen Eltern gegen die Regel, müssen sie hohe Strafen zahlen. Menschenrechtsgruppen zufolge werden dadurch zahlreiche Frauen zur Abtreibung gezwungen. Für Empörung sorgte im vergangenen Sommer der Fall einer jungen Frau, die im siebten Schwangerschaftsmonat von den Behörden zur Abtreibung gezwungen worden war (siehe Infobox).

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