Wer ist hier seltsam?

Trump findet sich und seinen Vize „extrem normal“

Außenpolitik
20.08.2024 09:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat den Vorwurf zurückgewiesen, „seltsam“ zu sein. Bei seinem Auftritt in einem Maschinenbauunternehmen in der Stadt York im umkämpften Pennsylvania sagte er über sich und seinen Vize J.D. Vance: „Ich denke, wir sind extrem normale Menschen.“

Der Vizepräsidentschaftskandidat der Demokraten, Tim Walz, ist der Erfinder des Stempels „weird“ für Ex-Präsident Trump – auf Deutsch in etwa: schräg, seltsam. Walz begann damit in einem Interview, und nach und nach nahmen alle prominenten Köpfe in der Partei die Losung auf.

In Anspielung auf Walz sagte Trump nun: „Er ist seltsam.“ Trump machte sich auch über das Lachen der Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Kamala Harris, lustig.

Trump will US-Hauptstadt wieder „schön“ machen
Der Republikaner versprach in seiner Ansprache außerdem, die US-Hauptstadt Washington zur schönsten „Hauptstadt der Welt“ zu machen, sollte er wiedergewählt werden. Washington sei „schrecklich heruntergekommen, mit Graffiti beschmiert“, sagte er. Er werde die Hauptstadt „sehr schnell“ wieder in Ordnung bringen und sie sicher machen.

Trump findet sich und seinen Vize „extrem normal“: 

Washington war in den USA einst wegen der hohen Kriminalitätsrate als „Mord-Hauptstadt“ bekannt. In den 1990er-Jahren begann die Mordrate in der US-Hauptstadt zu sinken, in den vergangenen Jahren stieg die Zahl aber wieder deutlich an.

Trump wiederholt seine liebste Lüge
In seiner restlichen Rede war Trump – wie so häufig – immer wieder der rote Faden verloren gegangen. Er verbreitete seine liebste Lüge von der vermeintlich gestohlenen Wahl im Jahr 2020. Der Republikaner schrieb seiner Konkurrentin in Sachen Energiepolitik einen „regulatorischen Dschihad“ zu. Harris wolle Kernkraftwerke abdrehen. 

„Deutschland hat das vor ein paar Jahren versucht und ist seine politischen Anführer sehr schnell losgeworden“, sagte Trump und nahm offenbar Bezug auf den Atomausstieg in Deutschland. Anschließend behauptete er fälschlicherweise: „Und jetzt bauen sie wahrscheinlich 50 oder 60 Kraftwerke, und sie wollen noch viel mehr bauen.“

Knappes Rennen erwartet
In Chicago beginnt am Montagabend (Ortszeit) der Parteitag der Demokraten – in der Nacht auf Dienstag mitteleuropäischer Zeit wird US-Präsident Joe Biden sprechen. Weitere Größen der Partei wie Ex-Präsident Barack Obama werden in den kommenden Tagen Reden halten. In der Nacht auf Freitag wird Harris die Abschlussrede halten. Sie dürfte in den kommenden Tagen besonders im Rampenlicht stehen.

Trump setzt daher auf Gegenprogramm und tourt durch die politisch heiß umkämpften Swing States. Weitere Veranstaltungen sind in Michigan, Wisconsin, North Carolina, Arizona, Georgia und Nevada geplant. In Arizona will Trump die US-Südgrenze zu Mexiko besuchen. Die Swing States sind entscheidend für den Wahlausgang – dort steht nicht schon im Voraus fest, ob aus Tradition der Kandidat der Republikaner oder der Demokraten siegen wird.

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