Das Haus, in dem Salzburgs letzter Henker lebte, wird abgerissen. Trotz jahrelangem Protest rollten in Salzburg-Gneis die Bagger auf und begannen mit den Abbrucharbeiten am verfallenen Scharfrichter-Haus.
In der Neukommgasse 26 in Salzburg-Gneis sind die Bagger aufgefahren. Dort, wo bis 1817 über Leben und Tod von Verbrechern entschied, wird seit Montag abgerissen: Das sogenannte Scharfrichter- oder Henkerhaus wird in den kommenden Tagen dem Erdboden gleich gemacht.
Das geschichtsträchtige Gebäude steht weder unter Denkmalschutz, noch gibt es ein Erhaltungsgebot. Die Eigentümer, ein benachbarter Landwirt, will das historische, zum Teil stark baufällige Landwirtschaftsgebäude seit Jahren abreißen. Vergangenes Jahr beantragte er einen entsprechenden Abbruchbescheid.
Unterschutzstellung nicht mehr möglich
Das Bundesdenkmalamt wandte nichts gegen den Abriss ein. Das Gebäude sei bereits in einem so schlechten Erhaltungszustand, eine Unterschutzstellung sei nicht mehr möglich. Auch ein Erhaltungsgebot scheiterte immer wieder daran, dass das ehemalige Landwirtschaftsgebäude im Grünland steht. Eine Erhaltungspflicht gebe es nur bei Objekten im Bauland.
Protest kam lediglich von Anrainern, engagierten Bürgern und von der grünen Bürgerliste in der Stadt. Vergeblich, wie man an den gestarteten Abrissarbeiten sieht.
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