So wird beim Burgenland auf die geringe Schuldenlast und das strukturell ausgewogene Budget des Landes verwiesen, aber auch auf die geringe Wirtschaftsleistung pro Kopf gemessen am österreichischen Durchschnitt. Die Bewertung des Burgenlandes könnte sich verschlechtern, falls die direkte Verschuldung auf über 60 Prozent der laufenden Einnahmen steigen würde, was derzeit aber nicht wahrscheinlich sei.
Bei Niederösterreich haben die S&P-Experten nach eigenen Angaben auf die günstige Liquiditätssituation Bedacht genommen, und sie heben auch hervor, dass das Bundesland Zugang zu Mitteln der Bundesfinanzierungsagentur habe. Auch auf die "atypische" Schulden-und Investitionspolitik Niederösterreichs wird verwiesen. Niederösterreich könnte herabgestuft werden, wenn die Haftungen steigen sollten, etwa durch eine größere Kapitalspritze für die Hypo NÖ. Aber das sei derzeit nicht wahrscheinlich.
Die Steiermark betreibt nach Ansicht von S&P ein konservatives Finanzmanagement, mit dem das strukturelle Budgetdefizit des Landes in Angriff genommen werde. Die Liquiditätsposition der Steiermark sei positiv und werde von einem "exzellenten" Zugang zu externer Liquidität unterstützt. Ebenso habe sich die Wettbewerbsfähigkeit günstig auf das Rating ausgewirkt. Allerdings könnte in den nächsten zwei Jahren das Rating gesenkt werden, falls sich die Budget-Performance des Landes deutlich verschlechtern sollte - was unwahrscheinlich sei.
Tirol ist laut S&P-Analyse wenig verschuldet, die Wirtschaft sei gesund und die Arbeitslosigkeit gering. Die Haftungsverpflichtungen für die landeseigene Bank Hypo Tirol seien "moderat".
Oberösterreich habe sich Strukturreformen in der Verwaltung und im Spitalswesen verschrieben und die Liquidität des Landes sei gut, der Zugang zu Mitteln der Bundesfinanzierungsagentur sogar ausgezeichnet. Die Haftungen aus einer 51-Prozent-Beteiligung "an einem Finanzinstitut" (Hypo Oberösterreich) seien "moderat".
Der Bewertung der Kreditwürdigkeit Wiens haben die Experten zugrunde gelegt, dass die Stadt das Wirtschaftszentrum Österreichs ist und ebenfalls exzellenten Zugang zu Mitteln der Bundesfinanzierungsagentur habe. Die eigenen Liquiditätsreserven der Stadt seien hoch. Als negativ wird die rasch steigende Verschuldung angeführt.
Die Bundesländer Vorarlberg, Salzburg und Kärnten werden keinem Rating unterzogen. Die Einschätzung ist freiwillig und kostenpflichtig.
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