Erste Todesopfer
Weite Teile von Australiens Osten unter Wasser
"Wenn Ihr Haus unter Wasser steht, gehen Sie aufs Dach, wenn es sicher ist", ordnete Polizeichef Grant Marcus im Fernsehen an. "Versuchen Sie, Rettungshubschrauber auf sich aufmerksam zu machen, die über den Dächern kreisen."
"Die Leute sind in unmittelbarer Gefahr"
Es sind die schlimmsten Überschwemmungen (siehe auch Video in der Infobox), die in Bundaberg rund 385 Kilometer nördlich von Brisbane seit Beginn der Aufzeichungen 1893 je gemessen wurden. Nach Angaben des Ministerpräsidenten von Queensland, Campbell Newman, seien Rettungsaktionen vom Wasser aus angesichts der reißenden Fluten nicht mehr möglich.
Der örtliche Fluss erreichte einen Rekordpegelstand und durchbrach alle Deiche. Das Wasser rauschte mit einer Geschwindigkeit von 75 Kilometern in der Stunde durch die Straßen. "Bei der Geschwindigkeit und den steigenden Pegeln bedeutet das, dass ganze Häuser fortgerissen werden können", warnte Newman. Die Feuerwehr ordnete die Räumung mehrerer Stadtteile an. "Dieses Wasser ist eine Katastrophe für die Häuser, vor allem die Holzhäuser", sagte Polizeichef Rowan Bond. "Die Leute sind in unmittelbarer Gefahr."
Überschwemmungen forderten erste Todesopfer
Mindestens drei Menschen kamen bereits ums Leben. Ein 81 Jahre alter Segler ertrank, nachdem sich seine Jacht vom Anker losgerissen hatte, ein 27-Jähriger wurde in den Fluten eines angeschwollenen Flusses davongerissen und von der Strömung unter Wasser gezogen, auch der dritte Tote dürfte mitgerissen worden sein.
Nach der Hitzewelle Anfang Jänner brach Tropensturm Oswald vergangene Woche über die Küstenregion herein, Sturmböen und der heftige Regen erstreckten sich über das gesamte Gebiet. Queensland mit seinen kilometerlangen Sandstränden an der Gold- und Sunshine-Küste ist die Haupturlauberregion des Kontinents. Auch in Gympie und Maryborough nördlich von Brisbane und weiter im Hinterland drohten Überschwemmungsbarrieren zu brechen.
Brisbane mit mehr als zwei Millionen Einwohnern rechnet im Laufe der Woche mit Hochwasser. Dort gab es erst vor zwei Jahren schwere Überschwemmungen. Der Wivenhoe-Staudamm konnte die Wassermassen damals nicht eindämmen, mehr als 20.000 Häuser wurden überschwemmt. Der Nordosten Australiens ist während des Sommers auf der Südhalbkugel häufig von Überschwemmungen betroffen.
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