Bunter Marsch

120.000 Menschen bei Großdemo in Paris für Homo-Ehe

Ausland
27.01.2013 19:51
Rund 120.000 Menschen sind am Sonntag in Paris für die Einführung der Homo-Ehe auf die Straße gegangen. Mit der Großdemonstration unterstützten die Teilnehmer ein Gesetzesprojekt der sozialistischen Regierung, das Lesben und Schwulen künftig die Eheschließung sowie Adoptionen ermöglichen soll.

Nach Polizeiangaben vom Abend verlief der bunte Marsch durch die französische Hauptstadt friedlich. Die Demonstranten schwenkten Regenbogenfahnen, an der Spitze des Zuges wurde ein Transparent mit der Aufschrift "Für Gleichheit, gegen ständige Diskriminierungen" getragen. Zu der Kundgebung hatten Homosexuellenverbände ebenso aufgerufen wie mehrere Gewerkschaften, Menschenrechts- und Frauenorganisationen sowie linke Parteien.

Unter den Teilnehmern waren auch der Parteichef der Sozialisten, Harlem Desir, und die frühere Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot von den Konservativen. "Es ist heute sehr wichtig, dass sich auch die zu Wort melden, die für ein Gesetz der Gleichheit sind und die eine in der französischen Gesellschaft weitverbreitete Auffassung vertreten", sagte Desir.

Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte zuvor seine Unterstützung für die Demonstration erklärt. Er hoffe auf "eine starke Mobilisierung", sagte er. "Die, die dafür sind, müssen es sagen." Bereits am Samstag waren im südostfranzösischen Lyon und im südfranzösischen Montpellier Tausende Menschen für die Homo-Ehe auf die Straße gegangen.

Mehrheit der Bevölkerung befürwortet Homo-Ehe
Laut aktuellen Umfragen wird die Homo-Ehe von den Franzosen zunehmend befürwortet. 63 Prozent sprechen sich derzeit dafür aus, nachdem es Anfang Jänner noch 60 Prozent gewesen waren. Für ein Adoptionsrecht homosexueller Paare sind nun 49 Prozent im Vergleich zu 46 Prozent am Monatsanfang.

Das Gesetzesvorhaben soll ab Dienstag im Parlament diskutiert werden. Gegner haben mehr als 5.000 Änderungsanträge eingebracht. Mitglieder der konservativen Opposition fordern überdies eine Volksabstimmung über das Projekt.

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