Die von der Volkspartei vorgebrachte Idee einer „Großeltern-Karenz“, also einer finanziellen Abgeltung für die Beaufsichtigung von Enkelkindern, ist zweifellos in erster Linie dem Wahlkampf geschuldet. Wobei auch dieser Vorschlag jener politischen Linie folgt, die Türkis-Grün in den letzten Jahren geradezu exzessiv umsetzte: nämlich die Menschen mit immer neuen Förderungen – man könnte bösartig auch sagen Almosen – zu beglücken.
EINERSEITS sind die Leistungen, die Großeltern im Familienverband – wenn es einen solchen noch gibt – erbringen, nicht hoch genug einzuschätzen. Mit der Kinderbeaufsichtigung ist es wie mit der Pflege: Alles was in der Familie geleistet wird, erspart sich der Staat.
Große ideologische Kluft
ANDERERSEITS ist man von der Realisierung dieses Vorschlags ohnedies noch weit entfernt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Grünen blockieren. Wobei Ablehnung – geradezu reflexartig – ebenfalls von den Sozialdemokraten kommt.
Und dabei offenbart sich am Beispiel dieser Frage wieder einmal die große ideologische Kluft zwischen Konservativen und Linken. Letzteren ist nämlich die Familie und alles, was den Familienzusammenhalt stärkt, ein Gräuel. Und Kinder müssen – die alte Sowjetunion lässt grüßen – möglichst früh in staatliche Verwahranstalten. Dass Kleinkinder naturgemäß am liebsten bei der Mutter und, wenn das nicht geht, eben bei der Oma oder den Großeltern sind und nicht in einem Hort, wird ignoriert.
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