Früher als geplant
Afghanistan: US-Truppen nur noch “Unterstützung”
"Ab diesem Frühling werden unsere Truppen eine neue Mission haben: Training, Beratung und Unterstützung von afghanischen Kräften", sagte Obama nach den über dreistündigen Gesprächen im Weißen Haus. Der Abzug der US-Truppen werde sich daher beschleunigen - ursprünglich sollten die afghanischen Truppen erst im Sommer die volle Verantwortung für die Sicherheit ihres Landes übernehmen.
Obama: "Krieg gelangt zu verantwortungsvollem Ende"
Obama warnte zwar, es gebe noch immer "erhebliche Herausforderungen" und Gefahren am Hindukusch. Auch würden US-Soldaten noch vereinzelt an der Seite afghanischer Kameraden kämpfen müssen. "Doch dieser Krieg gelangt zu einem verantwortungsvollen Ende."
Karzai betonte indessen, dass sich die ausländischen Truppen bereits in den nächsten Wochen aus afghanischen Dörfern zurückziehen werden. Auch die Gefängnisse im Land sollten rasch "unter afghanische Souveränität gestellt werden". Diese Forderungen hatte Karzai seit Langem gestellt.
US-Strategie nach Abzug internationaler Truppen unklar
Offen blieb allerdings die Frage, ob die USA auch nach dem Abzug der internationalen Truppen Ende 2014 weiterhin Soldaten am Hindukusch stationieren werden. In einer gemeinsamen Erklärung der beiden Präsidenten hieß es lediglich, eine solche Möglichkeit solle diskutiert werden. Die US-Regierung hatte erst kürzlich durchblicken lassen, dass auch ein vollständiger Abzug aus Afghanistan denkbar sei (siehe Infobox).
Obama betonte in diesem Zusammenhang am Freitag seine Forderung, amerikanische Soldaten könnten nur dann längerfristig im Land bleiben, wenn ihnen auch weiterhin Immunität vor einer Strafverfolgung durch die afghanische Justiz gewährt werde. "Ich denke, Präsident Karzai versteht das." Karzai deutete an, dass er mit einer solchen Lösung einverstanden sein.
Experten zweifeln an Potential der afghanischen Streitkräfte
Experten bezweifeln hingegen, dass die afghanischen Streitkräfte in absehbarer Zeit in der Lage sein werden, die Taliban ohne fremde Hilfe in Schach zu halten. Schließlich sei es der internationalen Streitmacht in über elf Jahren nicht gelungen, die Taliban in die Knie zu zwingen.
Derzeit sind 66.000 US-Soldaten im Land, plus etwa 30.000 Soldasten aus anderen Ländern. Die deutsche Bundeswehr hat noch rund 4.300 Soldaten am Hindukusch.
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