Der Schutzstatus des Wolfs sollte auf europäischer Ebene bekanntlich von „streng geschützt“ auf „geschützt“ gesenkt, ein Abschuss im Bedarfsfall damit erleichtert werden. Zumindest heuer dürfte daraus aber nichts werden. Als gelernter Tiroler kann Markus Gassler, Chef vom Dienst der „Tiroler Krone“, das EuGH-Urteil nicht verstehen.
Die Wolfs-Debatte ist um einen Aspekt reicher. Nachdem der EuGH (Europäische Gerichtshof) zum Entschluss kam, dass der Wolf in Österreich nicht bejagt werden darf und sich die Tiroler Landesregierung – Gott sei Dank – bisher nicht von ihrem Weg abbringen ließ, gefährliche Tier doch weiter abzuschießen, haben Tierschützer Anzeige gegen die Regierung eingebracht. Neben Amtsmissbrauch orten sie eine „vorsätzliche und grob fahrlässige Schädigung des Tierbestandes sowie die Aufforderung zu mit Strafe bedrohten Handlungen“.
Wo bleibt der Aufschrei der Tierschützer, wenn es um das Leid der Schafe, Rinder und Pferde geht?
Markus Gassler
Dass Tierschützer Tiere schützen, ist in gut. Doch wo bleibt der Aufschrei der Tierschützer, wenn es um das Leid der Schafe, Rinder und Pferde geht? Dann, wenn der geschützte Wolf den Lämmern und Kälbern bei lebendigem Leib das Beuschel rausreißt, sie so lange hetzt, bis sie aus Erschöpfung umfallen oder über eine Felswand abstürzen. Hier messen die Damen und Herren Tierschützer mit zweierlei Maß!
Auch wenn ich volles Vertrauen in den Rechtsstaat habe: Ganz nachvollziehen kann ich als gelernter Tiroler das EuGH-Urteil nicht. Und mit dieser Meinung bin ich sicher nicht alleine. Es drängt sich nämlich die Frage auf, ob die Damen und Herren Richter, die glauben, dass der Wolf auch in Österreich und Tirol unbedingt leben muss, die Gegebenheiten und das Leben im Gebirge überhaupt kennen. Ich wage es zu bezweifeln. Das Urteil ist leider ein klassisches Schreibtisch-Urteil und trägt dazu bei, dass die EU-Skepsis weiter steigt. Gratuliere!
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