Venedig statt Wien

Neujahrskonzert nicht live: Italiener auf den Barrikaden

Ausland
02.01.2013 11:08
Der Beschluss des italienischen Staatsfernsehens RAI, am 1. Jänner das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker nicht live zu übertragen und dafür ein Konzert im Venediger Theater La Fenice zu senden, hat empörte Reaktionen der Fernsehzuseher ausgelöst. Die Direktion des Staatsfernsehens und die Redaktionen italienischer Tageszeitungen wurden von Protestbriefen erzürnter Musikliebhaber überflutet, die den Verzicht auf die Live-Übertragung des Wiener Konzerts als Affront bezeichnen.

"Kein Neujahr ohne das Wiener Konzert", "Gebt uns die Live-Übertragung zurück!", protestierten italienische Zuschauer auf Twitter. Zwar wird das Wiener Neujahrskonzert schon seit 2004 nicht mehr live übertragen, doch die Italiener scheinen nicht resigniert zu haben - und heuer waren die Proteste besonders massiv.

Abgeordnete: "Konkurrenzkampf ist absurd"
Sogar die Parlamentarierin Paola Concia protestierte gegen die RAI. "Dieser Konkurrenzkampf zwischen Wien und Venedig ist absurd", schrieb die Abgeordnete in einem Brief an den Staatsfunk. Der Protest gegen die RAI vereint Nord- mit Süditalien. "Ich bin Venezianerin und liebe das Fenice-Theater. Doch das Neujahrskonzert muss live aus Wien gesendet werden", schrieb eine Frau auf Twitter. "Das Duell zwischen Neujahreskonzerten ist provinziell", kommentierte die Tageszeitung "Corriere della Sera" am Mittwoch. 

Der Protest stößt bei der RAI nicht auf taube Ohren. "Man muss den Wunsch der Zuschauer berücksichtigen, das Neujahrskonzert live zu übertragen", kommentierte der neue RAI1-Direktor Giancarlo Leone.

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