Prozess in Innsbruck

Bruder wegen 100 Euro mit Messer attackiert?

Tirol
16.07.2024 19:00

Ein 24-jähriger Tiroler soll im Zuge eines heftigen Familienstreits seinen Bruder und seine eigene Mutter brutal attackiert haben. Sogar ein Messer war angeblich im Spiel. Am Ende wurde der Mann dennoch freigesprochen.

Arge Szenen spielten sich offenbar Ende Mai innerhalb einer Familie in Kufstein ab! Ein mehrfach vorbestrafter Mann (24) soll dabei erst seinem eigenen Bruder mit der Faust ins Gesicht geschlagen sowie ihn mit einem Messer zur Übergabe von läppischen 100 Euro genötigt haben. Anschließend dürfte er auch noch seiner Mutter mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben.

Bruder und Mutter sagten nicht aus
Die sichtbaren und bewiesenen Folgen: Die Mutter blutete an der Oberlippe, der Bruder wirkte laut den alarmierten Polizeibeamten überaus verstört. Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen wollte sich der Angeklagte am Innsbrucker Landesgericht allerdings nicht äußern und auch die betroffenen Familienmitglieder machten von ihrem Recht Gebrauch und verweigerten letztlich die Aussage.

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Ich bin allerdings der Ansicht, dass zweifellos ein Gerangel im Familienkreis stattgefunden hat.

Richter Michael Böhler

Richter Michael Böhler blieb somit nur ein – rechtskräftiger – „Freispruch im Zweifel“. „Es gibt aufgrund der Enthaltungen der Zeugen einfach deutlich zu wenig Beweismaterial“, sagte er in seiner Urteilsbegründung. „Ich bin allerdings der Ansicht, dass zweifellos ein Gerangel im Familienkreis stattgefunden hat“, fügte er hinzu. Diese Aussage verband er mit einer eindringlichen Mahnung in Richtung des Angeklagten: „Sie sollten die Kurve kriegen, sonst sitzen sie beim nächsten Mal drei Jahre im Gefängnis.“

„Ohne Alkohol und Drogen ist er der netteste Mensch“
Auch der Staatsanwalt und der Verteidiger des Mannes hatten ihm zuvor ins Gewissen geredet. „Lassen Sie die Finger künftig von Alkohol und Drogen“, sagte der öffentliche Ankläger und der Anwalt betonte, dass ebendieser Konsum „ein wirkliches Problem“ bei seinem Mandanten sei und die vermeintliche Tat womöglich angestachelt habe: „Man hat mir gesagt, dass er der netteste Mensch ist, wenn er nicht konsumiert hat.“

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