Di, 25. September 2018

'Ansprache' in London

21.12.2012 08:09

Assange: WikiLeaks veröffentlicht 1 Mio. Dokumente

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks will nach Aussage ihres Gründers Julian Assange im kommenden Jahr etwa eine Million Dokumente veröffentlichen. Die Veröffentlichungen würden "alle Länder der Welt betreffen", sagte der Australier am Donnerstagabend in einer zehnminütigen "Weihnachtsansprache" am Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London. Etwa 100 Anhänger applaudierten dem 41-Jährigen, der seit Juni in dem Gebäude festsitzt.

2012 bezeichnete Assange als "großes Jahr", in dem WikiLeaks Dokumente über Syrien und zu anderen Themen veröffentlicht habe. Außerdem kritisierte er die USA und die Regierungen anderer westlicher Länder. "Wahre Demokratie gibt es nicht im Weißen Haus", sagte er. Wahre Demokratie sei vielmehr der "Widerstand von Menschen, die mit der Wahrheit gegen Lügen vom Tahrir bis London bewaffnet sind". Der Tahrir-Platz in Kairo gilt als einer der Schlüsselorte des Aufstands in Ägypten.

"Geschätzter Gast" in der Botschaft
Der ecuadorianische Botschafter erklärte seine Solidarität mit Assange und sagte, der 41-Jährige werde "verfolgt, weil er frei denkt und sich frei ausdrückt". Der Australier sei zu einem "geschätzten Gast" in der Botschaft geworden.

Furcht vor Auslieferung in die USA
Sollte der Netzaktivist das Gebäude verlassen, droht ihm die Festnahme durch die britische Polizei. Gegen Assange liegt ein Auslieferungsbefehl an Schweden vor, wo ihm Sexualdelikte vorgeworfen werden. Er fürchtet aber vor allem eine Auslieferung an die USA, wo ihm womöglich die Todesstrafe droht. Durch die Veröffentlichung geheimer Informationen zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie von rund 250.000 vertraulichen Diplomatendepeschen hat WikiLeaks den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen.

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