Sa, 22. September 2018

Nach Bengasi-Angriff

20.12.2012 08:34

Vernichtender Bericht: Clinton feuert Top-Beamten

Ein vernichtender Bericht zu dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in der libyschen Stadt Bengasi hat erste personelle Konsequenzen: Der für die Sicherheit des diplomatischen Personals zuständige leitende Beamte, Eric Boswell, muss seinen Posten räumen. Außenministerin Hillary Clinton habe Boswells Entscheidung, mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurückzutreten, akzeptiert, erklärte die Sprecherin des Ministeriums, Victoria Nuland.

Die personellen Konsequenzen wurden gezogen, obwohl eine unabhängige Kommission keine Hinweise darauf fand, dass einzelne Mitarbeiter ihre Pflichten verletzt hätten. Der Top-Beamte Boswell gab am Mittwoch jedenfalls seinen Rücktritt bekannt. Drei andere Mitarbeiter wurden zudem von ihren derzeitigen Aufgaben entbunden und bis auf Weiteres vom Dienst suspendiert. Dabei handle es sich laut der Sprecherin des Außenministeriums um zwei weitere Mitarbeiter aus Boswells Aufgabenbereich sowie um einen Beamten eines Büros im Nahen Osten.

Sicherheitsvorkehrungen "zutiefst unzureichend"
Drei Monate lang hatte die Kommission die Umstände der Attacke in Bengasi vom 11. September untersucht. Bei dem Angriff waren vier US-Bürger getötet worden, darunter der Botschafter Chris Stevens. Die Sicherheitsvorkehrungen in dem Konsulat seien "zutiefst unzureichend" gewesen, heiß es in Auszügen des am Dienstag veröffentlichten Berichts.

Die US-Diplomaten hätten sich auf bewaffnete, "jedoch schlecht ausgebildete" örtliche Milizen verlassen müssen. Forderungen, den Schutz der Vertretungen in Bengasi und in der Hauptstadt Tripolis zu verstärken, seien "ignoriert" worden. Im Bericht werden 29 Empfehlungen ausgesprochen, wie die Sicherheit für die US-Botschaften verbessert werden kann. Außenministerin Clinton erklärte, sie habe alle Empfehlungen angenommen.

"Wir haben einige sehr harte und schmerzhafte Lektionen in Bengasi gelernt", sagte Clintons Stellvertreter William Burns. Da Clinton wegen einer Erkrankung verhindert ist, wird er zusammen mit einem weiteren Ministeriumsvertreter am Donnerstag vor dem US-Kongress zu den Ermittlungen zu dem Angriff in Bengasi aussagen.

Erkrankte Clinton muss sich weiter schonen
Clinton hatte sich jüngst eine Magenvirus-Erkrankung zugezogen. Am Wochenende hatte ihr engster Mitarbeiter Philippe Reines erklärt, die 65-Jährige sei infolge des Virus dehydriert gewesen und in Ohnmacht gefallen. Die Politikerin, die Anfang kommenden Jahres ihr Amt aufgeben will, habe dabei eine Gehirnerschütterung erlitten und müsse sich nun erholen.

Laut Reines müsse sich die Ministerin auf Anraten ihrer Ärzte noch für mehrere Wochen schonen. Bis Mitte Jänner seien keine Reisen geplant, da die Mediziner ihr geraten hätten, nicht zu fliegen. Clinton gilt als äußerst vielreisende Ministerin. Seit ihrem Amtsantritt vor vier Jahren bereiste sie bereits 112 Länder und legte dabei rund 1,6 Millionen Kilometer zurück.

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