Einen neuen Verhandlungstermin gibt es bereits: Die nächste Runde findet am 5. Dezember statt. Damit könnten die Arbeiter im Handel vor den Angestellten und Lehrlingen einen neuen Abschluss bekommen. Für die rund 130.000 Handelsarbeiter geht es nämlich schon am 3. Dezember in die letzte Runde.
"Wir wollen eine kräftige Reallohnerhöhung"
Die Arbeitgeber haben am Dienstag etwas nachgebessert, der Gewerkschaft war das aber immer noch zu wenig. "Wir haben von unseren Beschäftigten eine deutliche Botschaft: Wir wollen eine kräftige Reallohnerhöhung", sagte Gewerkschaftsverhandler Manfred Wolf nach dem Abbruch. "Offenbar war unser Druck noch nicht stark genug", meinte er.
Die Gewerkschaft fordert für Beschäftigte, die bis 2.100 Euro brutto verdienen, ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent (zuletzt 3,55 Prozent) - mindestens jedoch 50 Euro. Wer mehr als 2.100 Euro brutto monatlich verdient, soll ab Jänner 2013 3,45 Prozent mehr bekommen.
Forderungen für Arbeitgeber zu hoch
Den Arbeitgebern ist das zu viel. "Wir haben ein Paket auf den Tisch gelegt, das unsere Betriebe in Summe 500 Millionen Euro kostet", so der Chefverhandler der Arbeitgeber, Peter Buchmüller. Das neue Angebot sieht eine Gehaltserhöhung von 3,1 Prozent für Beschäftigte mit einem monatlichen Einkommen bis 1.400 Euro vor. Bis 1.628 Euro soll das Plus 3,0 Prozent betragen, darüber 2,85 Prozent. Für Lehrlinge stehen 3,0 Prozent im Raum.
Themen aus dem Rahmenrecht wurden nun gänzlich aus den Kollektivvertragsverhandlungen ausgeschlossen und in eigene Arbeitsgruppen ausgelagert. Damit hat die Gewerkschaft bei einem zentralen Anliegen nachgegeben. Die Arbeitnehmervertreter haben sich vor Beginn des heurigen Verhandlungsreigens für das Erleben der sechsten Urlaubswoche starkgemacht. Derzeit bekommen Beschäftigte die sechste Urlaubswoche nur dann, wenn sie 25 Jahre durchgehend im selben Unternehmen arbeiten. Da die Fluktuation im Handel sehr groß ist, kommt der überwiegende Teil der Handelsmitarbeiter nicht in den Genuss von sechs Wochen Urlaub im Jahr.
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