Syrien-Krieg

Oppositionsbündnis von Großbritannien anerkannt

Ausland
20.11.2012 16:10
Großbritannien hat am Dienstag offiziell das neu geschmiedete syrische Oppositionsbündnis anerkannt. Die britische Regierung erachte die Nationale Koalition der Oppositionskräfte und der Syrischen Revolution als einzige legitime Vertretung des syrischen Volkes, sagte Außenminister William Hague (Bild) vor dem Parlament in London. Diese Anerkennung dürfte es der Opposition erleichtern, Hilfsmittel und Waffen zu erhalten.

Großbritannien habe aber noch keine Entscheidung über eine Lieferung von Waffen an die Rebellen getroffen, betonte Hague. Frankreich hatte das Oppositionsbündnis bereits vergangene Woche anerkannt. Am Montag hatte die Europäische Union erklärt, sie betrachte das Bündnis als legitime Vertretung der Bevölkerung (siehe Infobox). Die USA haben der Koalition ihre Unterstützung signalisiert, ohne sie aber formell anzuerkennen.

Kämpfe in Syrien nehmen nach wie vor kein Ende
In Syrien gingen die Kämpfe unterdessen unvermindert weiter. Die Rebellen feuerten in der Hauptstadt Damaskus zwei Granatensalven auf das Informationsministerium. Der Beschuss habe Sachschaden angerichtet, verletzt worden sei niemand, berichtete das staatliche Fernsehen. Verantwortlich seien "Terroristen". Mit diesem Begriff bezeichnet die Führung um Präsident Bashar al-Assad die Aufständischen.

Der Oppositionelle Samir al-Shami sagte der Nachrichtenagentur Reuters per Skype dagegen, dass der Angriff möglicherweise einem Fußballstadion in der Nähe des Ministeriums gegolten habe, wo die Rebellen einen Armeestützpunkt vermuteten. 

"Woche des Marsches auf Damaskus"
Assads Truppen bereiten sich diese Woche auf verstärkte Angriffe der Aufständischen vor, da die Rebellen zur "Woche des Marsches auf Damaskus" aufgerufen haben. So wurden zusätzliche Kontrollposten rings um die Stadt eingerichtet und in einigen Vierteln die Bewegungsfreiheit der Anwohner weiter eingeschränkt.

Die Revolte in Syrien, die vor zwanzig Monaten als friedliche Massendemonstrationen begann, hat sich zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet, in dem nach Angaben der Opposition bislang mehr als 38.000 Menschen getötet wurden.

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