Kritischer Bericht

Kontrollamt ortet hohen Sanierungsbedarf in Heimen

Oberösterreich
06.06.2024 08:00

Im Rahmen einer Initiativprüfung nahm das Linzer Kontrollamt wieder einmal die zehn städtischen Seniorenzentren (SZL) genauer unter die Lupe. Der Prüfbericht darüber, welcher der „Krone“ vorliegt, lässt aufhorchen _ wenngleich die zuständige Sozialreferentin Karin Hörzing ihn weniger kritisch sieht.

Vor sieben Jahren sorgte zuletzt ein Kontrollamtsbericht über fragwürdige Vorgänge in den städtischen Seniorenzentren (SZL) für Aufsehen: Ausschreibungen waren umgangen worden, Milchprodukte wurden da aus Deutschland bezogen, obwohl es auch heimische Bewerber gab. Die Kritik des Kontrollamts wurde damals sehr ernst genommen, alle Ungereimtheiten wurden bereinigt.

Nun gibt es einen neuen Prüfbericht, der der „Krone“ vorliegt und der durchaus Brisantes zutage führt. Der Überprüfungszeitraum bezog sich auf die Jahre 2019 bis 2022, valide Daten aus dem Jahr 2023 wurden mitberücksichtigt.

Entsprechen nicht mehr heutigen Standards
Unabhängig davon, dass die Prüfer das laufend negative Betriebsergebnis kritisch beäugen, macht der Bericht vor allem deutlich, dass bei den meisten Häusern hoher Sanierungsbedarf besteht. Laut Kontrollamt würden unter anderem die Heime, die bereits über 20 Jahre alt sind, nicht mehr den heutigen Standards entsprechen. Problematisch sei etwa die Hitze in den Gebäuden und die unzureichenden Schutzmaßnahmen. Für nötige Sonnenschutzsanierungen würde es aufgrund des fortgeschrittenen Alters keine Ersatzteile mehr geben. Baufällige Küchen in den Häusern würden dringend größere Investitionen benötigen, rechtlich vorgeschriebene Notstromaggregate würden oftmals fehlen.

„Seit Prüfung einiges passiert“ 
SP-Stadtvize und Sozialreferentin Karin Hörzing relativiert auf „Krone-Anfrage“: „Kontrollamtsberichte halte ich für sehr wichtig, allerdings bin ich in diesem Fall bei manchen Dingen anderer Meinung als die Prüfer. Dazu muss man auch sagen, dass seit der damaligen Initiativprüfung einiges passiert ist. Wir haben zuletzt 15 Millionen Euro in laufende Sanierungen – unter anderem auch Dächer und Fassaden – investiert. Wo wir tatsächlich noch Nachholbedarf haben, ist bei den Klimaschutz-Maßnahmen. Dafür gilt es noch Geldmittel zu beschaffen.“

Auch das Kontrollamt merkt in seiner Schlussfolgerung positiv an: „Es zeichnen sich in allen geprüften Bereichen größere Neuerungen und durchaus radikale Verbesserungen ab.“

Kommentar „Mit Linzer Augen“
Linzer werden älter. Heime auch!

Schon seit Jahren zeigen Bevölkerungsprognosen, dass die Zahl der Hochbetagten weiter zunehmen wird, immer mehr Linzer ein sehr hohes Alter erreichen. Umso alarmierender erscheint es da jetzt, dass auch an unseren zehn städtischen Seniorenzentren immer mehr der Zahn der Zeit nagt.

Ein Gutachten soll etwa für das Heim am Spallerhof dringend eine groß angelegte Generalsanierung empfohlen haben. Ein schwieriges Unterfangen. Denn auch wenn Sozialreferentin Karin Hörzing betont, dass sehr wohl größere Sanierungen auch bei laufendem Betrieb durchaus möglich sind, weiß auch sie, dass man den älteren Menschen nicht alles zumuten kann. Lauter Baumaschinen-Lärm oder ein Container-Ausweichquartier sind da völlig undenkbar.

Auch nicht ohne: das Thema Hitze in den Gebäuden. 30°C und mehr – in einer Wohnbereichsleitung sogar 49°C (!) – das ist für Bewohner wie Mitarbeiter schwer belastend. Sofern sich an diesen Gegebenheiten bis heute nichts geändert hat, müssen die Verantwortlichen den Turbo zünden: Das sind wir unseren Eltern, Groß- und Urgroßeltern schließlich schuldig!

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