Eingriff in Ökosystem
Eisenbahnbau bedroht Höhlensystem in Mexiko
Das Eisenbahn-Projekt Tren Maya (Maya-Zug) von Mexikos Präsident López Obrador bedroht ein fragiles Höhlensystem auf der Halbinsel Yucatán. Geologen warnen vor der Zerstörung empfindlicher Ökosysteme und möglichen Einstürzen.
Das Mammut-Projekt soll die wirtschaftliche Entwicklung und den Tourismus in der recht armen Region ankurbeln. Wegen der massiven Eingriffe in die Natur haben allerdings Umweltschutzgruppen und Vertreter von indigenen Gemeinschaften in der Region den Bau des Schienennetzes kritisiert.
Durch die Bauarbeiten ist auf Yucatán auch ein bereits durch den Tourismus gefährdetes Höhlensystem in Gefahr. Geologen warnen vor Umweltschäden durch massive Bohrungen und Stahlpfeiler, die - durch die Höhlen - tief in den Untergrund getrieben werden (siehe Video oben).
Der Zug wird fünf Bundesstaaten durchkreuzen: Yucatán, Quintana Roo, Campeche, Chiapas und Tabasco. An der Wegstrecke liegen zahlreiche Cenotes, für die Region typische unterirdische Seen und Flüsse sowie archäologische Stätten dedr Maya-Kultur wie Xpujil, Becan und Chicanna.
Widerstand durch Indigene und Umweltschützer
Das Projekt Tren Maya sollte neben dem Güterverkehr pro Jahr rund drei Millionen Menschen zu 15 Orten transportieren. An der Mehrheit der 19 Bahnhöfe ist jedoch zusätzlich die Errichtung von Gewerbegebieten und Industrieparks vorgesehen. Ein Umstand, der beim Umweltschützern wegen der ökologischen Folgen auf heftigen Widerstand stößt.
Widerstand gegen den Tren Maya kündigte – aus Sorge vor Vertreibungen – auch die Zapatistische Befreiungsarmee an. Indigene Gruppen, wie der Congreso Nacional Indigena, lehnen das Projekt ab, da sie eine Ausbeutung als Arbeitskräfte, eine Bedrohung ihrer indigenen Lebensweisen sowie ein ökologisches Desaster befürchten.
Kritik von Vereinten Nationen am Projekt
Auch die Vereinten Nationen kritisierten das Projekt und befürchten durch den Bau der Bahnstrecke massive Menschenrechtsverletzungen. So sollen bereits mehrfach Arbeiten an Bauabschnitten trotz Verboten von örtlichen Gerichte fortgesetzt worden sein.
Der Tren Maya (Maya-Zug) soll ab 2024 eine Strecke von knapp 1500 Kilometern, größtenteils auf der Halbinsel Yucatán, abfahren und pro Jahr rund drei Millionen Touristen transportieren. Auch Güterzüge werden den Plänen zufolge das neue Schienennetz nutzen.
Klagen gegen das Projekt eingereicht
Umweltschützer und Vertreter indigener Gemeinschaften haben allerdings Klagen gegen das Projekt eingereicht – in der Region gibt es sechs UNESCO-Weltkulturerbestätten und fünf Biosphären-Reservate. Trotz großer Kritik hält Präsident López Obrador an dem Bauprojekt fest.
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