GUTEN MORGEN

„Tutto Gas“ wie noch nie | Toter Schlächter

Jaja, es sind schon ganz besondere Tage, wenn die Österreicher zu Pfingsten das oberitalienische Lignano unter dem Motto „Tutto Gas“ erobern. Von 30.000 bis 50.000 Feier-Touristen war man heuer im Vorfeld ausgegangen, aber schon am Freitag sprach man vor Ort von rund 90.000 Buchungen. Wobei sich heuer zu den Österreichern auch noch eine stattliche Anzahl an Bayern mengte. Nach einigermaßen ruhigem Auftakt ging es schließlich zu wie nie zuvor, wie auch die österreichischen Polizisten, die bereits mehrmals zu Pfingsten der italienischen Polizei assistierten, Bilanz ziehen: Aggressive Stimmung, zahlreiche Party-Eskalationen, nicht unbeträchtlichen Drogenmengen, Sachbeschädigungen, eine Flut an Diebstahlsanzeigen, Vergehen gegen Vorschriften (Musikboxen,- Bikini- oder Oben-ohne-Verbot etc.) und unzählige Schlägereien. Unser Reporter Klaus Loibnegger meldet zudem so viele Rettungseinsätze wegen „Alkohol-Leichen“ wie noch nie. Ein tolles Bild geben wir Österreicher in Italien ab! Aber am besten, man schiebt es auf die Bayern…

Toter Schlächter. Mitgefühl, Mitleid kann man es wahrlich nicht nennen, was Millionen von Iranern nach dem Tod ihres Präsidenten Ebrahim Raisi empfinden. Er starb am Sonntag bei einem Hubschrauberabsturz, unter den Toten auch der iranische Außenminister. „Sein Tod war noch gar nicht offiziell vermeldet, da knallten in Teheran schon Jubelfeuerwerke. Die Revolutionsgarden marschierten auf, um das Volk in Schach zu halten. In den sozialen Netzwerken explodiert förmlich auf sehr innovative Weise die Schadenfreude“, schreibt „Krone“-Außenpolitikdoyen Kurt Seinitz dazu und verweist darauf, dass das „vielfach enttäuschte, aber erstaunlich friedfertige iranische Volk die Hoffnung auf ein Ende der seit 45 Jahren herrschenden Klerikaldiktatur nicht aufgibt“. Raisi war eine besonders zentrale, eine besonders üble Figur im Mullah-Regime, er hatte sich bereits in frühen Revolutionstagen den schrecklichen Ruf als „Schlächter von Teheran“ erworben. Als Chefankläger der Revolutionstribunalen hatte er 1988 ein wahres Justizmassaker mit Tausenden Hinrichtungen inszeniert und war auch maßgebend an der blutigen Niederschlagung der Unruhen von 2009 und 2022 beteiligt. Vor allem galt er als Favorit in der Nachfolge des obersten Führers Ali Khamenei (85). Nun ist mit Machtkämpfen zu rechnen. Mehr und mehr jedenfalls werden die iranischen Turbanmänner, wie Seinitz schreibt, von Uniformträgern abgelöst. Er weiß aber auch: „Das bedeutet noch lange keinen Kurswechsel in Nahost. Dazu müsste dem Volk erst ein Regimewechsel gelingen – bisher allerdings ohne Erfolg.“ Aber vielleicht gelingt es dem Volk ja letztlich doch, die Schlächter davonzujagen.

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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