Bewegte Tage. Die Ereignisse überschlugen sich, die Schlagzeilen überschlugen sich: Was waren das, als das Ibiza-Video auftauchte, für bewegte Tage für die Republik vor genau fünf Jahren! Bewegte Tage auch für die „Krone“. Denn wir standen mit im Zentrum des Geschehens. Hatte doch der (damalige) FPÖ-Chef zwei Jahre davor in einer Villa auf der Ferieninsel Ibiza gegenüber einer vermeintlichen russischen Oligarchin davon schwadroniert, wie er mit deren Hilfe zunächst die Macht bei der „Krone“ und dann im ganzen Land übernehmen könne. „Wer die ,Krone´hat, ist der bestimmende Faktor auf dem Zeitungsmarkt. Und wenn du noch einen TV-Sender lukrierst, bestimmst du alles“, hatte Strache unter anderem, gefilmt von den versteckten Kameras, gemeint. Und er kündigte auch gleich an, wie er die „Krone“ auf blaue Linie bringen würde: „Da gibt es bei uns bei der ,Krone´: zack, zack, zack. Drei, vier Leute, die gepusht werden, drei, vier Leute, die müssen abserviert werden.“ Nach diesen Enthüllungen titelten wir am nächsten Tag: „FPÖ am Ende!“ Was, wie sich später herausstellen sollte, zu diesem Zeitpunkt stimmte – denn schon am nächsten Tag musste Strache als Vizekanzler abdanken – „Krone“-Schlagzeile: „Das war’s“. Zwei Tage später titelten wir: „Kickl muss gehen – und alle FPÖ-Minister gehen mit“. Das war es freilich noch lange nicht…
FPÖ-Sturz, Kurz-Schluss. Die völlig aufgeheizte Stimmung im Land brachten wir am EU-Wahltag, kaum mehr als eine Woche nach der Ibiza-Enthüllung mit der Schlagzeile „Schicksalstage für Österreich“ zum Ausdruck. Einen Tag später hieß es: „EU-Wahl-Triumph als Turbo für Kurz“. Dem folgte wiederum einen Tag später: „Kurz-Schluss – SPÖ und FPÖ jagen Regierung davon“. Und am 31. Mai die Schlagzeile „Die erste Kanzlerin“, als Brigitte Bierlein inthronisiert wurde. In weiterer Ibiza-Folge feierte Kurz ein paar Monate später seinen größten Erfolg. Was bleibt von Ibiza, das wird jetzt, zum fünfjährigen „Jubiläum“, gerne gefragt. Es bleibt der FPÖ-Sturz aus der Regierung. Ein Sturz, von dem sich Heinz Christian Strache so gar nicht, seine Partei aber offensichtlich prächtig erholt hat. Was noch bleibt: Die Aufarbeitung der Ibiza-Affäre brachte letztlich Kurz zwei Jahre später endgültig zum „Kurz-Schluss“. Endgültig? Wer weiß, vielleicht erholt er sich ja ähnlich wie Kickl und die FPÖ…
Kommen Sie gut durch den Sonntag!
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