Mo, 20. August 2018

Nach Mordanschlag

15.10.2012 14:26

Pakistanische Heldin (14) nun in englischer Klinik

Knapp eine Woche nach dem Taliban-Attentat auf die 14-jährige Malala Yousafzai in Pakistan ist das verletzte Mädchen zur weiteren Behandlung nach Großbritannien geflogen worden. Ärzte hätten empfohlen, sie in eine britische Einrichtung zu verlegen, die auf schwer verletzte Kinder spezialisiert ist, teilte das pakistanische Militär am Montag mit.

In der Mitteilung des Militärs hieß es weiter, die Ärzte seien "zufrieden mit ihrem derzeitigen Zustand". Es wurde aber empfohlen, sie nun an eine ausländische Einrichtung zu überweisen, die eine breite Behandlung liefern könne. Laut britischer BBC soll das Mädchen in einem Krankenhaus in Birmingham behandelt werden.

Malala immer noch nicht bei Bewusstsein?
Malala sei mit der Zustimmung ihrer Familie ausgeflogen worden. Die pakistanische Regierung werde die Kosten für Transport und Behandlung übernehmen. Unklar war am Montag noch, ob Malala inzwischen das Bewusstsein wiedererlangt hat. Am Sonntag hatte ein Militärsprecher mitgeteilt, dass das Mädchen langsam gesundheitliche Fortschritte mache, allerdings noch immer bewusstlos sei und künstlich beatmet werde.

Malala wurde vor ihrer Ausreise in verschiedenen pakistanischen Militärkrankenhäusern behandelt, nachdem ihr am vergangenen Dienstag Taliban-Kämpfer im Swat-Tal gezielt in den Kopf geschossen hatten (siehe Infobox). Der Anschlag hatte in Pakistan und international Entsetzen ausgelöst.

14-Jährige kämpfte für die Rechte aller Mädchen
Die 14-Jährige hatte sich trotz Drohungen der Extremisten seit Jahren um Bildung für Mädchen bemüht und dafür auch den Friedenspreis ihres Landes erhalten. Yousafzai hatte vor drei Jahren außerdem damit begonnen, auf einer Blog-Seite der BBC Hinweise über Gräueltaten der Taliban im Swat-Tal zu veröffentlichen. Die Provinzregierung lobte eine Prämie von zehn Millionen Rupien (rund 80.000 Euro) für Informationen aus, die zur Ergreifung der Täter führen.

Der britische Außenminister William Hague sagte am Montag, Großbritannien stehe im Kampf gegen Terrorismus "Schulter an Schulter" mit Pakistan. "Malalas tapferer Einsatz für das Recht aller jungen Mädchen auf Bildung ist beispielhaft für uns alle." Der "barbarische Angriff" auf das Mädchen habe Pakistan und die Welt schockiert. "Die öffentliche Abscheu und die Verurteilung dieser feigen Attacke zeigen, dass die Menschen in Pakistan nicht von Terroristen geschlagen werden können."

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