So, 19. August 2018

Schonfrist zu Ende

07.10.2012 09:31

Ägypten: Mursi gibt sich bei 100-Tage-Bilanz selbstkritisch

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat 100 Tage nach Amtsantritt Versäumnisse beim Erreichen der versprochenen Ziele eingeräumt. Mursi sagte am Samstag vor Zehntausenden seiner versammelten Anhänger in Kairo, was seit Amtsantritt erreicht worden sei, sei nicht genug. Schlechte Noten bekam der Präsident indes von der Internetgemeinde. In einem von Aktivisten ins Web gestellten "Mursi-Meter" zeigten sich zum Ende der Schonfrist am Samstag 58 Prozent der Nutzer unzufrieden mit der Arbeit ihres Staatschefs.

Er habe ein klares Programm ausgerufen, und etwa 70 Prozent der Ziele seien erreicht worden, zog Mursi, dessen politische Heimat die Muslimbruderschaft ist, ein erste Bilanz seiner Amtszeit. Mursi habe nur vier seiner 64 genannten Ziele für den Zeitraum erreicht, hieß es hingegen beim "Mursi-Meter" im Internet.

Als größte Verfehlung bezeichnete der Präsident selbst es, dass die Regierung es nicht geschafft habe, die Bevölkerung ausreichend mit Butangas-Flaschen zu versorgen. Millionen Ägypter sind nicht an die Gasversorgung angeschlossen. Als größte Errungenschaft nannte er die Erhöhung der Sicherheit. Diese habe sich seit den Umwälzungen deutlich verbessert.

Mursis Aufgabenliste liest sich zum Teil allerdings eher wie die eines Kleinstadtbürgermeisters und nicht wie die des Präsidenten eines Landes im Umbruch. So geht es etwa um Parkplätze für Minibusse oder ein besseres Ampelsystem sowie um die Straßenreinigung. Zugleich werden aber auch Aufgaben thematisiert, die das Land emotionalisieren wie die Reform des verhassten Polizeiapparates und die Sicherung des Brot- und Benzin-Nachschubs.

Mursi ist der erste frei gewählte und zivile Präsident des Landes. Er hatte sein Amt offiziell zum 1. Juli vom bis dahin regierenden Militärrat übernommen. Der Islamist versprach den Aufbau einer Zivilgesellschaft und sicherte Israel das Festhalten am Friedensvertrag zu.

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