So, 21. Oktober 2018

Unruhen in Südafrika

05.10.2012 14:36

Erneut tödliche Gewalt bei Streik vor Bergwerk

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen vor einem Bergwerk in Südafrika ist erneut ein Mensch getötet worden. Die Polizei habe bei Zusammenstößen mit streikenden Arbeitern in der nordwestlichen Stadt Rustenburg am Donnerstagabend auf eine Menschenmenge geschossen und dabei einen Mann getötet, sagte der Aktivist Gaddhafi Mdoda am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Ein Polizeisprecher kündigte eine Untersuchung an, Präsident Jacob Zuma rief zur Ruhe auf.

Die Polizei habe vor dem Bergwerk des Unternehmens Anglo American Platinum auf eine Menge streikender Arbeiter geschossen, sagte Mdoda, der Augenzeuge des Vorfalls wurde. Der getötete Bergmann sei nach dem Vorfall nicht geborgen worden. Auch zwei Radiosender berichteten über den Tod des Mannes. Laut dem Polizeisprecher feuerten Beamte mit Gummigeschossen und Tränengas auf die streikenden Bergleute.

Bereits Dutzende Tote
Die Region von Rustenburg wird seit Wochen von Gewalt an Minen erschüttert. Im Platinbergwerk Marikana wurden Mitte August 34 streikende Bergleute von Polizisten erschossen. Dies war der tödlichste Polizeieinsatz seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994. Bereits einige Tage zuvor hatte es bei Protesten an der Mine zehn Tote gegeben, darunter auch Polizisten. Erst vor wenigen Tagen wurden wieder fünf Menschen im Zusammenhang mit Streiks von Minenarbeitern getötet.

Zuma rief am späten Donnerstag zum Ende jeglicher Gewalt auf. "Wir sollten nicht den Eindruck erwecken, eine Nation zu sein, in der ständig gekämpft wird", sagte er bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern. Erst vor wenigen Tagen hatte die US-Ratingagentur Moody's Südafrikas Kreditwürdigkeit herabgestuft.

Rund 100.000 Streikende
Nach einer AFP-Zählung sind an den Bergarbeiterstreiks landesweit etwa 100.000 Menschen beteiligt. Betroffen sind neben Platin- inzwischen auch Gold- und andere Minen. Die Arbeitskämpfe weiteten sich aus, nachdem die Arbeiter des Bergwerks Marikana eine Lohnerhöhung von mehr als 20 Prozent erhalten hatten.

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