Tragödie am Feiertag
Mindestens 37 Tote bei Schiffsunglück vor Hongkong
An Bord des Passagierschiffs waren nach Behördenangaben mehr als 120 Menschen. Ein Stromversorgungsunternehmen hatte das Ausflugsboot für seine Mitarbeiter und deren Familien gechartert. Gemeinsam wollten sie sich das Feuerwerk zum chinesischen Nationalfeiertag am 1. Oktober im Victoria-Hafen anschauen. Plötzlich stieß das Schiff vor der Hongkonger Insel Lamma mit der Fähre zusammen.
Nach der Kollision drang Wasser in das Boot, es sank innerhalb kürzester Zeit. Mit Rettungsbooten, Hubschraubern und Tauchern suchten die Bergungsdienste nach Überlebenden.
Gerettete schildern bange Momente
"Plötzlich war ich tief unter Wasser", berichtete ein Überlebender der Zeitung "South China Morning Post". "Ich schwamm mit voller Kraft und versuchte, eine Rettungsboje zu fassen. Wo meine beiden Kinder sind, weiß ich bis jetzt nicht."
Andere Überlebende erzählten dem Blatt, sie seien im untergehenden Schiff eingeschlossen gewesen und hätten Fenster einschlagen müssen, um sich zu befreien. Ein Mann schilderte, dass er nach ein paar Minuten sehen konnte, wie das Schiffsende vertikal aus dem Wasser ragte, "genauso wie die Titanic".
Fähre für Unglück verantwortlich?
Der Eigentümer des Unglückschiffes, Hongkong Electric, machte die Fähre für den Unfall verantwortlich. Sie habe das Ausflugsboot an der Seite gerammt und sei dann einfach weitergefahren, sagte ein Vertreter von Hongkong Electric.
Die Fähre mit rund 100 Menschen an Bord konnte nach dem Unfall leicht beschädigt anlegen. Einige Passagiere seien leicht verletzt worden, hieß es.
Sechs Festnahmen
Kurz nach der Schiffskollision nahm die Polizei sechs Besatzungsmitglieder der beiden beteiligten Schiffe fest. Den Verdächtigen werde Gefährdung des Lebens anderer vorgeworfen, sagte Hongkongs Sicherheitsminister Lai Tung Kwok am Dienstag. Polizeichef Tsang Wai Hung schloss weitere Festnahmen nicht aus.
Hongkongs Regierungschef, Leung Chun-ying, der Verletzte im Krankenhaus besucht hatte, versprach eine gründliche Untersuchung. Für Donnerstag rief er einen Tag der Trauer aus.
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