24.09.2012 10:37 |

Zweifach-Amputiert

USA: Rollstuhlfahrer von Polizei per Kopfschuss getötet

Ein an den Rollstuhl gefesselter und an Schizophrenie leidender Zweifach-Amputierter ist in Houston im US-Bundesstaat Texas von einem Polizisten per Kopfschuss getötet worden. Brian Claunch habe zwei Beamten in einem Wohnheim für psychisch Kranke "mit einem Stift bedroht", teilte die Polizei am Sonntag mit. Weil sich der Mann weigerte, seine "Hände zu zeigen" und sich zu ergeben, wurde er erschossen. Die Polizisten hätten sich demnach von Claunch, der einen Arm und ein Bein bei einem Zugunglück verloren hatte, bedroht gefühlt.
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Die Beamten waren am frühen Samstagmorgen alarmiert worden, weil sich Claunch in dem Wohnheim dem Personal gegenüber aggressiv verhalten haben soll und nicht zur Ruhe gebracht werden konnte. Sein Pfleger hatte sich den Angaben der Heimverwaltung zufolge geweigert, ihm eine Zigarette und eine Limonade zu geben, und damit einen Aggressionsschub ausgelöst.

Die Polizisten hätten den Verdächtigen dann aufgefordert, "fallen zu lassen, was er in der Hand halte", sagte Jodi Silva, Sprecherin der Houstoner Polizei. Doch statt der Aufforderung Folge zu leisten und mit den Beamten zu sprechen, habe der Mann weiterhin Drohungen ausgesprochen, so Silva. Einem CNN-Bericht zufolge habe Claunch einen der beiden Polizisten zudem mit seinem Rollstuhl in das Eck eines Raumes gedrängt.

Erschossen, weil er sich weigerte "Hände zu zeigen"
Weil sich Claunch weigerte, seine "Hände zu zeigen" und versucht habe auf den Beamten mit einem Stift einzustechen, zückte dessen Kollege "aus Sorge um die Sicherheit seines Partners und seiner selbst" seine Dienstwaffe und gab einen Schuss auf den Mann im Rollstuhl ab. Claunch wurde in den Kopf getroffen, er verstarb noch am Tatort. Brisantes Detail: Bei dem "bedrohlichen" Stift könnte es sich nach Angaben des Heimbetreibers, John Garcia, um einen Filzstift gehandelt haben. Einen solchen habe Garcia dem Mann zwei Tage vor seinem Tod zum Malen gegeben.

Claunch litt unter Schizophrenie und einer bipolaren Störung, erklärte Garcia gegenüber dem Lokalsender KRTK. "Er hatte ein hitziges Temperament und war in der Lage, den Menschen in dem Heim das Gefühl der Bedrohung zu geben - obwohl er an den Rollstuhl gefesselt war", so der Betreiber des Wohnheims. Nichtsdestotrotz hätte sein Tod verhindert werden können, sind Kritiker überzeugt. "Wenn ein im Umgang mit emotional gestörten Personen geschulter Beamter den Einsatz geleitet hätte, wäre Claunch vielleicht noch am Leben", gab ein Psychologe gegenüber KRTK zu bedenken.

Polizist nach tödlichem Schuss beurlaubt
Ob der Schütze eine solche Schulung bekommen hatte, blieb bislang unklar. Er wurde nach dem Vorfall beurlaubt, wie die Polizei in Houston am Sonntag mitteilte. Für den Beamten war es übrigens bereits der zweite Diensteinsatz mit tödlichem Ausgang. Laut CNN erschoss er im Oktober 2009 einen messerschwingenden Mann, der seine Freundin und einen Nachbarn getötet hatte.

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