10.000 evakuiert
“Enorme Schäden” nach Sprengung von WK-II-Bombe
In der 75.000-Einwohner-Stadt Viersen war die US-Bombe bei Bauarbeiten im Zentrum gefunden worden. Knapp 10.000 Menschen waren in Sicherheit gebracht worden, rund 700 Helfer von Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz. Die Fundstelle wurde mit Stroh und Sand gesichert. Nach stundenlangem Warten wurde der Blindgänger dann gegen 23 Uhr kontrolliert gesprengt.
"Ein tückischer Sprengkörper"
Der Fund der Bombe hatte die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt. "Bei dem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt es sich um einen tückischen Sprengkörper, die wegen des Säurezünders nicht entschärft werden kann", hieß es seitens der Behörden vor der Detonation. Bei der kontrollierten Sprengung wurde der Bereich unmittelbar am Fundort der Bombe verwüstet. Feuerwehr-Einsatzleiter Frank Kersbaum sprach von "enormen Schäden" an den umliegenden Gebäuden.
Teile von Geschäftspassage zerstört
Wie ein Sprecher der Stadt weiter mitteilte, müssen ganze Teile einer Geschäftspassage abgerissen werden. Am stärksten beschädigte die Explosion einen Laden für Kindermoden, dessen Waren sich im metertiefen Krater wiederfanden. Die Druckwelle von 125 Kilo Sprengstoff ließ zudem zahlreiche Fensterscheiben bersten, räumte Tausende Dachziegel ab und zog Dutzende Häuserfassaden in Mitleidenschaft.
Parallelen zu Aktion in München
In München hatten es die Sprengmeister vor knapp drei Wochen ebenso mit einer mit Säurezünder versehenen Bombe zu tun gehabt. Der 250-Kilo-Blindgänger im zentralen Stadtteil Schwabing konnte nicht entschärft werden und wurde daher am 28. August gesprengt (siehe Video in der Infobox). Die Druckwelle beschädigte etliche Häuser. Fassaden wurden eingedrückt, Fenster gingen zu Bruch, Dachstühle fingen Feuer. Die Explosion richtete nach Angaben der Versicherungskammer Bayern einen Schaden von drei bis vier Millionen Euro an.
Blindgänger in Hamburg entschärft
Im Hamburger Binnenhafen konnte am Montag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hingegen entschärft werden. Die US-Fliegerbombe war von einem Bagger aus dem Wasser vor der Speicherstadt gehoben worden. Danach habe der Sprengmeister am späten Abend den Aufschlagzünder herausdrehen können, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Zuvor waren die Gebäude im Umkreis von 300 Metern evakuiert worden. Rund 700 Menschen seien davon betroffen gewesen, sagte ein Polizeisprecher.
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