10.000 evakuiert

“Enorme Schäden” nach Sprengung von WK-II-Bombe

Ausland
18.09.2012 07:30
Durch die kontrollierte Sprengung einer Weltkriegsbombe sind in der deutschen Stadt Viersen im Bundesland Nordrhein-Westfalen laut den Behörden an mehreren Gebäuden "enorme Schäden" entstanden. "Statiker prüfen, ob die Häuser einsturzgefährdet sind", hieß es am späten Montagabend. Rund 10.000 Menschen waren evakuiert worden, verletzt wurde niemand. Auch in München hatte es vor drei Wochen bei der Sprengung einer solchen Bombe einen Millionenschaden gegeben.

In der 75.000-Einwohner-Stadt Viersen war die US-Bombe bei Bauarbeiten im Zentrum gefunden worden. Knapp 10.000 Menschen waren in Sicherheit gebracht worden, rund 700 Helfer von Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz. Die Fundstelle wurde mit Stroh und Sand gesichert. Nach stundenlangem Warten wurde der Blindgänger dann gegen 23 Uhr kontrolliert gesprengt.

"Ein tückischer Sprengkörper"
Der Fund der Bombe hatte die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt. "Bei dem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt es sich um einen tückischen Sprengkörper, die wegen des Säurezünders nicht entschärft werden kann", hieß es seitens der Behörden vor der Detonation. Bei der kontrollierten Sprengung wurde der Bereich unmittelbar am Fundort der Bombe verwüstet. Feuerwehr-Einsatzleiter Frank Kersbaum sprach von "enormen Schäden" an den umliegenden Gebäuden.

Teile von Geschäftspassage zerstört
Wie ein Sprecher der Stadt weiter mitteilte, müssen ganze Teile einer Geschäftspassage abgerissen werden. Am stärksten beschädigte die Explosion einen Laden für Kindermoden, dessen Waren sich im metertiefen Krater wiederfanden. Die Druckwelle von 125 Kilo Sprengstoff ließ zudem zahlreiche Fensterscheiben bersten, räumte Tausende Dachziegel ab und zog Dutzende Häuserfassaden in Mitleidenschaft.

Parallelen zu Aktion in München
In München hatten es die Sprengmeister vor knapp drei Wochen ebenso mit einer mit Säurezünder versehenen Bombe zu tun gehabt. Der 250-Kilo-Blindgänger im zentralen Stadtteil Schwabing konnte nicht entschärft werden und wurde daher am 28. August gesprengt (siehe Video in der Infobox). Die Druckwelle beschädigte etliche Häuser. Fassaden wurden eingedrückt, Fenster gingen zu Bruch, Dachstühle fingen Feuer. Die Explosion richtete nach Angaben der Versicherungskammer Bayern einen Schaden von drei bis vier Millionen Euro an.

Blindgänger in Hamburg entschärft
Im Hamburger Binnenhafen konnte am Montag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg hingegen entschärft werden. Die US-Fliegerbombe war von einem Bagger aus dem Wasser vor der Speicherstadt gehoben worden. Danach habe der Sprengmeister am späten Abend den Aufschlagzünder herausdrehen können, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. Zuvor waren die Gebäude im Umkreis von 300 Metern evakuiert worden. Rund 700 Menschen seien davon betroffen gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
18.09.2012 07:30
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung