Aktuelle Umfrage
Deutsche immer skeptischer über Vorteile der EU
Vor allem für die persönlichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder die Wahrung des sozialen Friedens sieht demnach nur noch eine Minderheit der Deutschen Vorteile durch die EU. Sehr groß ist auch die Euro-Skepsis: So sind gleich zwei von drei Deutschen der Meinung, dass es ihnen persönlich besser ginge, wenn es anstelle des Euros noch die D-Mark gäbe. Besonders ausgeprägt ist die Skepsis gegenüber der Einheitswährung laut Umfrage in den mittleren und höheren Altersgruppen sowie bei Menschen mit geringer Bildung und geringerem Einkommen.
Mehrheitlich positiv bewerten die Bundesbürger dagegen die Schutzfunktion der EU im internationalen Wettbewerb. So meinen 59 Prozent, Deutschland benötige die Union, um gegenüber den Großmächten und Schwellenländern bestehen zu können - knapp 40 Prozent sagen, Deutschland brauche die EU dafür nicht. Außerdem ist die EU für fast 70 Prozent der Bundesbürger eher ein Vorbild für andere Regionen der Welt.
Franzosen und Polen bewerten Union besser
Im Vergleich zur Bevölkerung in Deutschland beurteilen die Menschen in Frankreich und in Polen, wo die Umfrage ebenfalls durchgeführt wurde, den Wert der EU in vielen Aspekten deutlich besser. In beiden Nachbarländern Deutschlands ist jeweils eine Mehrheit der Meinung, ihre persönliche Situation oder ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien ohne EU schlechter. Hier ist auch eine Mehrheit der Auffassung, die EU begünstige den sozialen Frieden.
Deutliche Unterschiede zwischen den drei Ländern zeigen sich besonders beim Thema "europäische Identität". Auf die Frage "Können Sie sich etwas unter einer 'europäischen Lebensart' vorstellen?" sagen zwei Drittel (66 Prozent) der Polen "Ja", bei den Deutschen immerhin noch 44 Prozent, aber nur noch 26 Prozent der Franzosen.
Das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid befragte für die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführte und am Montag in Gütersloh präsentierte Studie im Juli 2012 jeweils 1.000 Bürger in Deutschland, Polen und Frankreich.
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