"Spiegel"-Bericht
Rebellen: Assad-Regime testete Giftgaswaffen
Dem "Spiegel"-Bericht zufolge sollen zu den Tests iranische Offiziere, mutmaßlich Mitglieder der einflussreichen Revolutionswächter, per Hubschrauber eingeflogen worden sein. Die Anlage bei Safira gilt als größtes Versuchszentrum für Chemiewaffen in Syrien und wird offiziell als Forschungseinrichtung geführt. Iranische und nordkoreanische Experten sollten in dem abgeriegelten Komplex tätig sein, in dem westlichen Geheimdiensten zufolge die Gifte Sarin, Tabun und Senfgas hergestellt und an Tieren erprobt würden.
Rebellen setzen Hoffnung auf US-Truppen
Ein zu den Rebellen übergelaufener Armeeoffizier aus einem nahe gelegenen Dorf sagte dem "Spiegel", die Aufständischen hätten nicht die Absicht, das Versuchszentrum zu erobern. "Wir hoffen, dass amerikanische Truppen die Anlage sichern", ergänzte der Vertreter der Freien Syrischen Armee. "Wir wollen weder, dass das Regime die Waffen einsetzen kann, noch, dass sie nach dem Sturz in die Hände von Radikalen fallen", fügte er hinzu.
Ein hochrangiger Offizier der iranischen Revolutionswächter bestätigte indessen bei einer Pressekonferenz in Teheran (Bild) am Sonntag, dass sich Mitglieder einer Spezialeinheit in Syrien und im Libanon aufhalten würden - jedoch lediglich in "beratender Funktion", wie er betonte.
Bei Chemiewaffen-Einsatz droht Intervention
Im Juli gab es Berichte, denen zufolge Syrien Bestandteile der Gaswaffen auf Militärstützpunkte verlagert habe, um sie besser vor einem Zugriff angreifender Rebellen schützen zu können. Die syrische Führung unter Staatschef Bashar al-Assad hatte Ende Juli nicht ausgeschlossen, Chemiewaffen im Fall eines Angriffs aus dem Ausland einzusetzen, nicht aber gegen die eigene Bevölkerung. US-Präsident Barack Obama drohte daraufhin im August erstmals direkt mit einem militärischen Eingreifen in den Konflikt. Bereits mit der Vorbereitung eines Einsatzes von chemischen oder biologischen Waffen würde die "rote Linie" überschritten, sagte er.
Kampf gegen Aufständische fortgesetzt
Auch am Sonntag nahm die syrische Armee laut Aktivisten wieder Stellungen der Aufständischen in mehreren Landesteilen unter Beschuss. In den Provinzen Damaskus, Deraa, Aleppo, Hama und Homs habe das Militär Luftangriffe geflogen, teilte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Nach Angaben der oppositionsnahen Organisation wurden in dem Konflikt bisher mehr als 26.000 Menschen getötet.
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