Insgesamt sieben Tote

Explosion in Kraftwerk: Letztes Opfer geborgen

Ausland
12.04.2024 12:24

Die Zahl der Todesopfer nach der heftigen Explosion in einem italienischen Wasserkraftwerk am Suviana-See auf dem Apennin nahe von Bologna vom Dienstag – krone.at berichtete – ist auf sieben angestiegen: Am Donnerstag wurden die Leichen von drei der vermissten Arbeiter, am Freitag dann die des letzten vermissten Opfers geborgen.

Beim siebenten Toten handelt es sich laut Angaben der Behörden um einen 68-Jährigen aus Neapel. Der Betreiber des Werks Enel Green Power stellt indes zwei Millionen Euro für die Familien der Opfer zur Verfügung. Der Konzern betonte, er werde alles unternehmen, um den Angehörigen der Todesopfer und der Verletzten Unterstützung zu leisten.

Ein Vermisster wird noch gesucht. (Bild: Associated Press)
Ein Vermisster wird noch gesucht.

Explosion war kilometerweit zu hören
Der genaue Hergang des Unglücks ist noch unklar. Fest steht, dass sich die Explosion bei Arbeiten an einer Turbine etwa 30 Meter unterhalb des Wasserspiegels ereignete. Zeugen berichteten von einem lauten Knall, der auch in vielen Kilometern Entfernung noch zu hören war. Infolge der Explosionsschäden drang viel Wasser ins Werk ein, was die Bergungsarbeiten erschwert. Anfangs stand das Kraftwerk auch in dichtem Rauch.

Infolge der Explosionsschäden drang viel Wasser ins Werk ein, was die Bergungsarbeiten erschwert. Anfangs stand das Kraftwerk auch in dichtem Rauch. (Bild: twitter.com/vigilidelfuoco)
Infolge der Explosionsschäden drang viel Wasser ins Werk ein, was die Bergungsarbeiten erschwert. Anfangs stand das Kraftwerk auch in dichtem Rauch.

Stromproduktion wurde unterbrochen
Wasserdrohnen und Taucher waren bei der Suche im Einsatz. Der Staudamm an sich – etwa zwei Kilometer vom Wasserkraftwerk entfernt – wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Explosion wurde die Stromproduktion unterbrochen, was nach Angaben der Betreiberfirma aber keine größeren Auswirkungen auf die Stromversorgung der Region hatte. Das Kraftwerk beliefert sowohl die Region Emilia Romagna als auch die Toskana.

Bei den geborgenen Toten handelt es sich um Arbeiter, die für Subunternehmen tätig waren. Salvatore Bernabei, CEO von Enel Green Power, dem direkten Betreiber des Wasserkraftwerks, betonte, dass für die Arbeiten an den Turbinen die besten Unternehmen ausgewählt worden seien.

Kontrolle von Verträgen angekündigt
Der Staatsanwalt von Bologna, Giuseppe Amato, kündigte an, er werde Kontrollen über Verträge und Unterverträge durchführen lassen; dazu sei bereits eine Expertengruppe eingesetzt worden. In Bologna kam es am Donnerstag zu einer Großdemonstration für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz.

Streik für mehr Arbeitssicherheit
Am Donnerstag fand in der Region Emilia Romagna, in der sich das Wasserkraftwerk befindet, ein achtstündiger Streik statt, mit dem die Arbeitnehmer mehr Sicherheit am Arbeitsplatz verlangten. Arbeitsministerin Marina Elvira Calderone erklärte, die italienische Regierung werde sich mehr für Arbeitssicherheit einsetzen.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele