Krawalle in Belfast
Protestanten und Katholiken liefern sich Straßenkämpfe
Es flogen Molotowcocktails und Steine, und inmitten der Zusammenstöße standen die Beamten der Nordirischen Polizei, die die beiden Seiten mit Wasserkanonen zu trennen versuchten. Dies gelang zwar, doch mehrere Sicherheitskräfte mussten ihre Verletzungen nach dem Einsatz im Krankenhaus behandeln lassen. Am Montag wurden neun, in der Nacht zuvor 47 Verletzte in den Reihen der Polizei gezählt. Über Opfer aufseiten der beiden Konfliktparteien ist vorerst nichts bekannt.
"Lebensgefährlich und verschwenderisch"
Die gewaltvollen Auseinandersetzungen wurden von einem Marsch der Katholiken in Belfast entfacht, die für den Anschluss Nordirlands an Irland demonstrierten. "Die Unruhen gefährden nicht nur das Leben von Menschen, sondern sie vergeuden auch viel Geld, das besser für Schulen und Krankenhäuser eingesetzt werden könnte", sagte der Chef der Nordirischen Polizei, George Clark, in einer ersten Reaktion auf die stundenlangen Gefechte.
Zusammenstöße dieser Art gehören auch nach dem Friedensabkommen von 1998 nicht vollkommen der Vergangenheit an. Auf beiden Seiten sorgen vor allem Splittergruppen früherer paramilitärischer Gruppen - zahlreiche politische Parteien auf beiden Seiten hatten während des Höhepunkts des Nordirland-Konflikts bewaffnete Verbände unterhalten - für Unruhe während der sogenannten "Marching Season". Während der Sommermonate finden regelmäßige Traditionsmärsche der Protestanten und der Republikaner in unmittelbarer Nachbarschaft statt, Provokationen der Gegenseite sind dabei nicht selten.
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