Krawalle in Belfast

Protestanten und Katholiken liefern sich Straßenkämpfe

Ausland
04.09.2012 15:26
Unruhen in Nordirland: In zwei aufeinanderfolgenden Nächten kam es zu gefährlichen Scharmützeln zwischen pro-britischen Protestanten und katholischen Republikanern, bei denen laut Angaben der Sicherheitskräfte mindestens 56 Polizeibeamte verletzt wurden. Auslöser für die erneuten Zusammenstöße der verfeindeten Gruppen war ein Demonstrationszug der Katholiken, die lauthals für den Anschluss Nordirlands an Irland eintraten.

Es flogen Molotowcocktails und Steine, und inmitten der Zusammenstöße standen die Beamten der Nordirischen Polizei, die die beiden Seiten mit Wasserkanonen zu trennen versuchten. Dies gelang zwar, doch mehrere Sicherheitskräfte mussten ihre Verletzungen nach dem Einsatz im Krankenhaus behandeln lassen. Am Montag wurden neun, in der Nacht zuvor 47 Verletzte in den Reihen der Polizei gezählt. Über Opfer aufseiten der beiden Konfliktparteien ist vorerst nichts bekannt.

"Lebensgefährlich und verschwenderisch"
Die gewaltvollen Auseinandersetzungen wurden von einem Marsch der Katholiken in Belfast entfacht, die für den Anschluss Nordirlands an Irland demonstrierten. "Die Unruhen gefährden nicht nur das Leben von Menschen, sondern sie vergeuden auch viel Geld, das besser für Schulen und Krankenhäuser eingesetzt werden könnte", sagte der Chef der Nordirischen Polizei, George Clark, in einer ersten Reaktion auf die stundenlangen Gefechte. 

Zusammenstöße dieser Art gehören auch nach dem Friedensabkommen von 1998 nicht vollkommen der Vergangenheit an. Auf beiden Seiten sorgen vor allem Splittergruppen früherer paramilitärischer Gruppen - zahlreiche politische Parteien auf beiden Seiten hatten während des Höhepunkts des Nordirland-Konflikts bewaffnete Verbände unterhalten - für Unruhe während der sogenannten "Marching Season". Während der Sommermonate finden regelmäßige Traditionsmärsche der Protestanten und der Republikaner in unmittelbarer Nachbarschaft statt, Provokationen der Gegenseite sind dabei nicht selten.

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