31.08.2012 14:55 |

21-Jähriger starb

Nach Panzer-Unfall in NÖ: Unteroffizier bleibt im Dienst

Das Disziplinarverfahren gegen einen Kraftfahrunteroffizier, der am 5. Juli in einen tödlichen Panzerunfall auf dem Truppenübungsplatz in Allentsteig verwickelt war, ist abgeschlossen. Laut Verteidigungsministerium bleibt der Unteroffizier weiterhin im Dienst. Über die Höhe des Strafmaßes ist nichts bekannt.

Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, berief sich am Freitag auf das Heeresdisziplinargesetz, laut dem es nicht gestattet sei, genauere Angaben zum Strafausmaß sowie zum Inhalt des Verfahrens zu machen. Lediglich dessen Abschluss und die Tatsache, dass der Offizier weiterhin Dienst versieht, wollte Bauer bestätigen.

Der Soldat hatte dem verunglückten 21-jährigen Michael S. am Tag des Unfalls einen Fahrbefehl erteilt, obwohl S. keinen gültigen Panzerführerschein besaß – der Entzug war an eine Abnahme der zivilen Fahrberechtigung gekoppelt gewesen. Ob der Unteroffizier davon gewusst habe oder nicht, soll Gegenstand des Disziplinarverfahrens gewesen sein.

Fehlen gültiger Fahrerlaubnis "nicht unfallkausal"
Bereits im Abschlussbericht der Unfallkommission hatte es geheißen, dass das Fehlen der gültigen Fahrerlaubnis "nicht unfallkausal" gewesen sei. Bei der Bodenunebenheit handelte es sich um ein aufgefülltes ehemaliges Sprengloch mit einem Durchmesser von rund sieben Metern, so die Kommission. Die Oberfläche habe am Unfalltag auf einen festen Untergrund schließen lassen, das Loch sei für den Fahrer nicht erkennbar gewesen.

Hilfe für 21-Jährigen kam zu spät
Der tragische Vorfall hatte sich am 5. Juli gegen 10 Uhr bei einer Ausbildungsfahrt ohne Munition ereignet. Der Schützenpanzer war im Raum Kaufholz bei Allentsteig plötzlich eingebrochen und versunken, der Fahrer- sowie auch der Kommandantenraum füllten sich sofort mit Schlamm. Für Michael S., der mit offener Luke gefahren war, kam jede Hilfe zu spät. Ein 27-jähriger Panzerkommandant – er erlitt Prellungen im Brust- und Wirbelsäulenbereich – und vier Grundwehrdiener, die sich im hinteren Bereich des Panzers aufgehalten hatten, konnten sich noch rechtzeitig aus dem Gefährt retten.

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