Fall Dutroux

Freigelassene sucht Kontakt zu Familien der Opfer

Ausland
29.08.2012 12:35
Die freigelassene Ex-Frau und Komplizin des belgischen Kindermörders Marc Dutroux will mit den Familien der Opfer Briefkontakt aufnehmen. Das kündigte der Anwalt von Michelle Martin am Mittwoch im belgischen Radio RTBF an. Seine Mandantin werde an Jean-Denis Lejeune schreiben, den Vater eines der getöteten Mädchen.

"Frau Martin hat schon mindestens zweimal den Vorschlag für eine Mediation gemacht, um Antworten auf die Fragen der Eltern zu geben und sie um Entschuldigung zu bitten, aber sie weiß, dass die Eltern ihr nicht vergeben können", sagte Anwalt Thierry Moreau.

Details zum Tod der Tochter erbeten
Der Vater eines Opfers, Jean-Denis Lejeune, hatte zuvor einen Brief an Martin geschrieben und sie um Details zum Tod seiner Tochter gebeten. Der Papa der kleinen Julie schrieb laut Medienberichten darin, dass er nicht bereit sei, mit Martin zu sprechen oder ihre Entschuldigung anzunehmen.

Bis heute hat die 52-Jährige sich über die Umstände des Todes der Kinder ausgeschwiegen. Sie hatte 1996 die beiden Mädchen, die von Dutroux entführt und gefoltert worden waren, im Kellerverlies verhungern lassen. Am Dienstagnachmittag hatte das Berufungsgericht in Brüssel entschieden, Michelle Martin auf Bewährung und unter Auflagen vorzeitig freizulassen. Die 52-Jährige lebt künftig im Klarissenkloster in Malonne (siehe Infobox).

Freilassung an Auflagen geknüpft
Die Freilassung Martins ist an Auflagen geknüpft. So darf sie laut Berichten nicht ohne Genehmigung des Strafvollzugsgericht umziehen. Außerdem dürfe sie die Provinzen Lüttich und Limburg nicht betreten, weil dort die Eltern von vier ermordeten Mädchen wohnten. Interviewanfragen müsse sie ablehnen. Zudem werde sie durch einen Therapeuten psychologisch betreut und habe Kontakt zu einem Justizangestellten, der sie regelmäßig im Kloster besuche. Des Weiteren sei Martin verpflichtet, entsprechend ihrer Einkünfte den auferlegten Entschädigungszahlungen an die Opfer nachzukommen.

Der Schutz der Freigelassenen und der elf Ordensschwestern wird nach Berechnungen von Tageszeitungen rund 4.000 Euro pro Tag kosten. Vor dem Kloster in Malonne war es bereits zu zahlreichen Protesten gekommen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
29.08.2012 12:35
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung