Russische Härte
Angeblich gedealt: Acht Jahre Haft für Oppositionelle
"Wir sind sehr überrascht von der Strafe, sie ist sehr lang", erklärte Verteidigerin Natalja Schaposchnikowa nach dem Richterspruch im westrussischen Smolensk und kündigte an, in Berufung zu gehen. Der Fall Ossipowa beschäftigt die russische Justiz seit rund zwei Jahren und wird im In- und Ausland als politisch motiviert kritisiert.
Die erklärte Gegnerin von Präsident Wladimit Putin wurde 2011 zunächst zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Fall wurde aber neu aufgerollt, nachdem der damalige Präsident Dmitri Medwedew das Urteil im Jänner als zu hart bezeichnete.
"Triumph für Rechtlosigkeit und Zynismus"
Das neue Urteil gegen Ossipowa, die Mitglied der Oppositionsbewegung Anderes Russland ist, rief große Empörung hervor. Der Richterspruch sei ein "Triumph für Rechtlosigkeit und Zynismus", erklärte etwa der Chef der oppositionellen Linksfront, Sergej Udalzow.
Ossipowas Ehemann, Sergej Fomtschenkow, ist einer der Anführer von Anderes Russland. Er sagte, das Urteil sei ein Versuch, die Opposition nach den Massenprotesten gegen Putin einzuschüchtern. "Das Regime will seine Macht zeigen."
Diabetikerin mit gesundheitlichen Problemen
Die 28-jährige Ossipowa leidet an Diabetes und kämpft wegen der ihren Aussagen nach schlechten medizinischen Versorgung im Gefängnis mit gesundheitlichen Problemen.
Ihre Inhaftierung hatte bereits scharfe Kritik aus den USA hervorgerufen, die den Fall in diesem Jahr in den Menschenrechtsbericht des Außenamts aufnahmen. Darin wird den russischen Behörden vorgeworfen, Ossipowa falsch zu behandeln und ihr medizinische Versorgung zu verweigern.
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