Massenentlassung

Spielestreaming-Dienst OnLive pleite und verkauft

Spiele
20.08.2012 11:53
Der Spielestreaming-Dienst OnLive ist pleite und wurde an einen neuen Besitzer verkauft, die Investmentfirma Lauder Partners, wie am Montag bekannt wurde. OnLive, seit dem Sommer 2010 in den USA tätig, hatte zuvor Berichten zufolge bis zu 80 Prozent der 180 bis 200 Angestellen entlassen.

OnLive hat ein "Assignment for the Benefit of Creditors" angemeldet, dabei wird es im Eilverfahren verkauft, um nicht Insolvenz anmelden zu müssen. Der Streaming-Dienst solle aber weiterhin wie gewohnt funktionieren, für die Nutzer gebe es keinen Unterschied, so das Unternehmen in einer Mitteilung.

Hinter Lauder Partners steht ein Teil der Familie, die den Kosmetikriesen Estée Lauder besitzt. Lauder Partners aber hat sich auf Technologie- und Online-Firmen spezialisiert, das Unternehmen war bereits zuvor an OnLive beteiligt gewesen.

Zu hohe Preisvorstellungen
OnLive-Gründer und -Chef Steve Perlman habe zuvor mehrfach Kaufangebote für OnLive erhalten, berichtet "Joystiq", darunter von Hewlett-Packard, diese jedoch abgelehnt. Perlman habe mindestens eine Milliarde US-Dollar (809 Millionen Euro) für sein Unternehmen verlangt, nachdem Sony den Konkurrenten Gaikai im Juli für 380 Millionen Dollar gekauft hatte. Perlman soll den Wert seines Unternehmens auch deshalb so hoch eingeschätzt haben, weil er gegen Gaikai Patentklage wegen angeblich gestohlener Ideen erheben wolle - er habe in Sony ein finanzstarkes Ziel gesehen, so "Joystiq".

Massenentlassung - Aktienoptionen wertlos
Der Plan ging allerdings nicht auf, im Gegenteil: Am Freitag musste Perlman den Mitarbeitern die Massenentlassung verkünden. Er versprach, einen Teil der Mitarbeiter in die neue Firma zurückzuholen. Es dürfte sich dabei aber nur um etwa 20 Prozent der alten Belegschaft handeln. OnLive zufolge soll der Mitarbeiterstamm langfristig aber sogar erweitert werden. Die Aktienoptionen der Angestellten sind hingegen nichts mehr wert und mit dem Übertrag an den neuen Besitzer auch nicht mehr gültig.

Viel weniger Nutzer als behauptet?
Das Problem für OnLive könnte unter anderem gewesen sein, dass statt der beworbenen 1,5 Millionen User angeblich im Durchschnitt nur 1.800 den Service nutzen, so eine anonyme Quelle gegenüber "Joystiq". OnLive streamt rechenintensive Spiele auf langsame Rechner, Notebooks, Tablets und Smartphones - das Game läuft auf OnLive-Servern und wird über das Internet auf das jeweilige Gerät übertragen. Das funktioniert per Software-Client und Konsole (Bild).

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