Digitaler Vertrieb

Online-Geschäft bald wichtigste Säule von EA

Spiele
20.08.2012 09:23
Electronic Arts sieht das Internetgeschäft in zwei bis drei Jahren als wichtigste Umsatzsäule seines Unternehmens an. "Für das Digitalgeschäft erwarten wir in diesem Jahr 1,7 Milliarden Dollar Umsatz; das traditionelle Geschäft schätzen wir mit 2,6 Milliarden Dollar ein", sagte Peter Moore, der das Tagesgeschäft des zweitgrößten Spieleherstellers der Welt leitet, dem Nachrichtenmagazin "Focus". Der Wendepunkt werde "in zwei oder drei Jahren erreicht sein, sodass digital größer als das physische Geschäft ist".

EA produziert Spiele wie "Die Sims" oder "Fifa" (Bild), die auf unterschiedlichen Plattformen - vom PC über Spielkonsolen bis zum Smartphone - laufen. Wichtig sei die Digitalstrategie der neuen Konsolen von Sony und Microsoft. "Die Geräte können ein Turbo für das Digitalgeschäft werden. Aber noch wissen wir nicht, wie die Strategien der beiden Unternehmen aussehen", sagte Moore, der 2007 von Microsoft zu EA gewechselt war.

Sony, Microsoft und Nintendo setzen beim Vertrieb ihrer Spiele nach wie vor vorwiegend auf physische Datenträger: die PlayStation 3 auf die Blu-ray, Xbox 360 und Wii auf die DVD. Zwar bieten alle Konsolen auch die Möglichkeit, Spiele über das Internet herunterzuladen, in der Regel handelt es sich dabei jedoch um sogenannte Casual Games, also kleinere und vor allem günstigere Titel.

Mit seiner tragbaren PS Vita hat Sony allerdings bereits vorgemacht, wie der Spielevertrieb künftig aussehen könnte: Weil der Handheld über kein physisches Laufwerk verfügt, wandern neue Spiele bevorzugt via Download auf die Konsole. Da der Kunde offenbar aber nach wie vor etwas zum Angreifen haben möchte, sind Spiele für die PS Vita allerdings in Form von Speicherkarten auch im regulären Handel zu haben.

Was Sony und Microsoft mit ihren voraussichtlich 2013 erscheinenden Konsolen-Nachfolgern vorhaben, ist bislang nicht bekannt. Nintendos zum Weihnachtsgeschäft in die Läden kommende Wii U wird jedenfalls weiterhin physische Datenträger unterstützen: Der Wii-Nachfolger setzt auf ein eigenständiges Speichermedium in CD-Form, auf dem bis zu 25 Gigabyte an Daten Platz finden sollen.

Der Speicher der Konsole selbst soll sich mithilfe externer Festplatten erweitern lassen. Ob es allerdings möglich sein wird, Spiele ab ihrem Veröffentlichungsdatum auch über einen entsprechenden Online-Shop zu kaufen und herunterzuladen, ist derzeit nicht bekannt.

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