Die Zahl der Straftaten im Burgenland steigt seit dem Ende der Corona-Krise erneut an. Ohne Schlepperei hatte die Polizei im vergangenen Jahr 10.521 Anzeigen zu bearbeiten. Spektakuläre Fälle stechen aus der aktuellen Bilanz hervor.
„Das Burgenland zählt zu den sichersten Bundesländern“, zieht Generalmajor Werner Fasching, stellvertretender Landespolizeidirektor, Bilanz. Die offiziellen Zahlen geben ihm recht. 13.575 Straftaten wurden 2023 angezeigt, davon 3054 wegen Schlepperei. Das sind in Summe lediglich 2,6 Prozent in der Österreich-Statistik.
Gemischte Gefühle
Mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ sieht Generalmajor Fasching die aktuelle Entwicklung. Einerseits gingen gegenüber 2022 die Anzeigen dank eines Rückgangs bei der Schlepperkriminalität um 18 Prozent zurück, andererseits verzeichneten andere Delikte teils deutliche Zuwächse.
Mehr Straftaten
Gestiegen ist die Zahl an Gewalttaten von 1344 auf 1408, die Eigentumskriminalität von 2555 auf 3408 Anzeigen. Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser nahm von 99 auf 137 zu. Auch gab es mehr Fahrradcoups (482), Ladendiebstähle (570) und Wirtschaftskriminalität (2158). Bei Letzterem entfallen 1574 Fälle auf Betrügereien.
Banden aus dem Ausland
Für den Zuwachs bei den Delikten seit dem Ende der Corona-Krise zeichnen sogenannte Kriminaltouristen verantwortlich. Straftaten wie Diebstähle in großen Einkaufszentren werden meistens von reisenden Tätergruppen aus dem benachbarten Ausland verübt. „Nach der Pandemie haben sie wieder freie Fahrt“, sagt ein Fahnder.
Kampf den Cyber-Kriminellen
Im Gegensatz zum Österreich-Trend konnte der Anstieg bei Cyber-Crime-Delikten im Burgenland gestoppt werden. Die angezeigten Fälle fielen leicht um 0,3 Prozent von 1305 auf 1301 Straftaten zurück. Die Aufklärungsquote liegt bei beachtlichen 35,4 Prozent.
Die Kriminalstatistik ist für uns der Auftrag, den erfolgreichen Weg der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung weiterzugehen und die Prävention auszubauen.

Thomas Fasching, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamts
Bild: Schulter Christian
Spektakuläre Fälle
Erfolge erzielt die Polizei in der Präventionsarbeit. Bestes Beispiel ist eine Burgenländerin, sie trickste Betrüger aus. „Hallo Mama, ich habe eine neue Handynummer. Bitte schick mir rasch Geld, ich habe einen Notfall“, schrieben ihr die Täter und forderten 86.000 Euro. Das „Opfer“ hat keine Tochter, hielt aber Kontakt mit den Kriminellen – Fahnder konnten die drei polnischen Drahtzieher festnehmen!
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