10.08.2012 08:25 |

Parlament wählte

Libyen: Ex-Oppositionschef als Übergangspräsident

Die neu gebildete Nationalversammlung in Libyen hat in der Nacht auf Freitag den früheren Oppositionsführer Mohammed Magarief (Bild) zum Übergangspräsidenten gewählt. Die Wahl des als pro-islamistisch geltenden Politikers zum Parlamentspräsidenten wurde live im Fernsehen übertragen. Magarief setzte sich gegen einen anderen Oppositionspolitiker, den als liberal geltenden unabhängigen Kandidaten Ali Sidan, durch.

Magarief ist Vorsitzender der Partei der Nationalen Front, die drei der insgesamt 200 Abgeordneten im Kongress stellt. Für ihn votierten bei der Abstimmung in der Nationalversammlung in Tripolis 113 Abgeordnete, auf Sidan entfielen 85 Stimmen. Beide sind ehemalige Diplomaten, die seit den 1980er-Jahren im Exil lebten. Magarief, früherer Botschafter in Indien, war führender Kopf der ältesten Oppositionsbewegung des Landes, der Nationalen Front für die Rettung Libyens, die mehrere Versuche unternahm, den im Vorjahr getöteten Langzeitdiktator Muammar al-Gadafi zu stürzen.

Parlament nahm Arbeit auf
Magarief folgt dem Vorsitzenden des scheidenden Übergangsrats, Mustafa Abdul Jalil. Das Gremium hatte am Mittwoch seine Befugnisse an die im Juli gewählte Nationalversammlung abgetreten (siehe Infobox). Der friedliche Machttransfer gilt als eine der wichtigsten Etappen bei der Demokratisierung des nordafrikanischen Landes nach der jahrzehntelangen Herrschaft Gadafis.

Der Nationalkongress ist die erste frei gewählte Volksvertretung in der Geschichte des Landes. 120 Mandate gingen an Einzelkandidaten ohne klare politische Zuordnung. 80 Sitze wurde unter den Parteien verteilt. Stärkste Fraktion wurde die reformorientierte Gruppierung des Technokraten und Regierungschefs der Aufstandszeit, Mahmoud Jibril.

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