Rache der Al-Kaida?

Jemen: Dutzende Tote bei Anschlag auf Beerdigung

Ausland
05.08.2012 10:03
Bei einem Bombenanschlag in Jaar im südlichen Jemen sind am Samstag mindestens 42 Menschen getötet und 37 weitere verletzt worden. Medienberichten zufolge sprengte sich ein Selbstmordattentäter bei der Beerdigung eines Verwandten eines Kommandanten der Volkskomitees in die Luft. Die Volkskomitees sind eine Miliz, die die regulären Streitkräfte im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida unterstützen.

Der Anschlag galt offenbar einem hochrangigen Kämpfer gegen die mit Al-Kaida verbündete Gruppe Ansar al-Sharia. Der Volkskomitee-Kommandant sei bei dem Angriff verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden. Zwei seiner Brüder seien getötet worden, hieß es. Ein Bewohner am Ort des Anschlags sagte, Al-Kaida habe sich an den Volkskomitees für ihre Unterstützung bei der Rückeroberung der Stadt im Juni rächen wollen.

Die Armee hatte Mitte Juni gemeldet, Jaar und Sinjibar wieder unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Der Al-Kaida-Ableger "Partisanen der Scharia" hatte vergangenes Jahr die Schwächung der Regierung durch die Proteste gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh genutzt, um ihre Macht im Süden und Osten auszubauen. Seither kommt es es vermehrt zu Anschlägen.

Al-Kaida-Mitglieder durch Drohne getötet
Im Osten des Jemens wurden indessen fünf mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder beim Beschuss ihres Fahrzeugs durch eine Drohne getötet. Die Drohne habe nahe eines Dorfes in der Region Hadramaut zwei Raketen auf den Geländewagen gefeuert, sagte ein Behördenvertreter AFP. Der Angriffsort wurde umgehend von den Sicherheitskräften abgeriegelt. Die USA haben die einzigen Drohnen in der Region. Die unbemannten Flugzeuge fliegen im Osten und Süden des Jemen immer wieder Angriffe auf Al-Kaida-Mitglieder.

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