Beim ersten Teil des Testlaufs für die Ski-Weltmeisterschaft 2025 in Saalbach-Hinterglemm gab es vor allem eines: Frühlingsgefühle. Auch Superstar Marco Odermatt äußert einen Wunsch: „Ich hoffe, dass es im kommenden Februar winterlicher ist.“
Grenzenlose Begeisterung auf den Rängen, Spektakel auf der Piste, an der Hunderte Menschen stehen. Kaiserwetter am Sonntag. Auf den ersten Blick scheint in diesen Tagen in Saalbach-Hinterglemm alles für ein echtes Skifest angerichtet zu sein.
Benutzt man aber seine Sinne, wird schnell klar: Irgendetwas passt hier nicht ganz zusammen. Die dicke Jacke ist unnötig. Sonnenbrillen, -creme und Kopfbedeckung dafür eigentlich Pflicht bei dieser Sonneneinstrahlung im Zielstadion. Dann blendet man die Jubelchöre für die Heldinnen und Helden rund um Mikaela Shiffrin, Marco Odermatt und Co. kurz aus. Konzentriert sich nur auf das, was man sieht, und schwenkt seinen Blick nach links oder rechts. Da sticht einem plötzlich eine andere Farbe anstelle der hellsten ins Auge: Grün! Denn neben dem weißen Band, dass sich von oben ins Tal windet, ist vor allem Wiese zu sehen. Das hat was von Frühlingsgefühlen. Nur die Schmetterlinge – im Bauch oder im Gras – fehlen.
Noch dazu ist das Band, auf dem am ersten Wochenende die Technikrennen stattfinden, relativ schmal. Dafür ist es aber ordentlich dick. Nicht so wie andere Pisten, die die Hänge des Glemmtals zieren, auf denen ans Skifahren nicht mehr zu denken ist.
Fortsetzung folgt?
„Der gute Grundstock ist unser Trumpf“, erklärt Hausherr Bartl Gensbichler. Seit Ende November hätten die Verantwortlichen unzählige Stunden in die Präparierung der Weltcup-Strecke gesteckt. Diese Arbeit hat sich in den vergangenen Tagen bezahlt gemacht. Woanders wären Weltcup-Rennen nach so einem Winter und zu diesem Zeitpunkt undenkbar. Für Teil zwei des Testlaufs, der für kommendes Wochenende angesetzt ist, bleibt noch viel zu tun. Der Wetterbericht sieht aber nicht rosig aus.
Was neben den idealen Bedingungen sonst noch für die WM 2025 fehlt? Viel sei es nicht mehr, wenn man die Einheimischen fragt. Man sei im Zeitplan, bekomme das hin. Projekte wie die barrierefreie Dorfstraße werden über die Sommermonate fertig gebaut. Eine neue Dimension wird hingegen das Zielstadion erreichen. „Das wird deutlich vergrößert“, sagt Gensbichler. Heißt: Beim Großevent können dann 15.000 Fans auf den Rängen jubeln. Bei der Generalprobe ist es lediglich die Hälfte.
Keine Plätze im Dorf
Massen, die bewegt werden müssen. Am besten mit den Shuttle-Bussen, die bis vor den Eingang zur Strecke fahren. Ein System, das schon einmal gut funktioniert. Findet man bei einer der Gondelbahnen einen Parkplatz, geht es in einem annehmbaren Minuten-Takt an den Fuß des Zwölferkogels. Abstellmöglichkeiten für das Auto im Dorf sind schon jetzt Mangelware. Tendenz: stark sinkend!
Und was sagen die, die im kommenden Jahr an Ort und Stelle an ihrem Helden-Epos schreiben wollen? „Super Ort, coole Stimmung“, grinst Dominator Odermatt. „Aber ich hoffe, dass es im Februar dann winterlicher ist.“ Denn auch die Ski-Asse haben einen weißen Teppich eben lieber als ein Band. Um wieder bei der Begeisterung zu sein.
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