Die infrage kommenden österreichischen Großbanken haben für den Kauf der wieder auf öffentliche Finanzierungen zurückgestutzten Kommunalkredit Austria AG schon abgewunken. Nicht einmal die Aussicht auf Ausverkaufspreise locken momentan besonders. Käufer für Banken sind Mangelware, sieht man von Lizenzjägern aus dem Kreis von US-"Heuschrecken" ab.
Oder von der Einkaufstour der staatlich kontrollierten russischen Sberbank: Die Russen, die derzeit überall als Käufer ersten Ranges gehandelt werden, haben heuer innerhalb weniger Wochen den Kauf der österreichischen Osteuropa-Bankengruppe von der angeschlagenen ÖVAG abgeschlossen und den Milliardenkauf der türkischen Denizbank von der ebenfalls schwer kriselnden Dexia unter Dach und Fach gebracht.
50 Banken suchen neuen Eigentümer
Hypo-Alpe-Adria-Chef Gottwald Kranebitter, der die Ende 2009 notverstaatlichte Hypo geordnet abverkaufen muss, hat zuletzt zu bedenken gegeben, dass in Europa zur Stunde nicht weniger als 50 Banken am Markt sind, die die EU ihren Eignern nach öffentlich gestützten Bankenrettungen oder Sanierungen zum Verkauf auferlegt hat.
Die Hypo ist selber auf der Suche nach Abnehmern ihrer Ländergesellschaften. Sollte der Verkauf der Südosteuropatöchter der Hypo Alpe Adria drei oder vier Jahre dauern, will der Hypo-Chef daraus auch aus Brüssel keinen Strick gedreht sehen - es sei denn, man bliebe untätig. Man hat die Verkäufe ja schon eingeleitet, wird betont. Als verkaufsbegleitende Investmentbank wurde bei der Hypo die Deutsche Bank beauftragt.
Von der Zeit, die es braucht, bis die Hypo-Alpe-Adria-Ländergesellschaften (also Balkantöchter, Österreich und Italien) verkauft sind, hängt ab, wie schwer die Hypo Alpe Adria auf den Taschen der Steuerzahler lastet. Ein Teil, so jedenfalls die bisherige Hoffnung, sollte schon 2014 verkauft sein, der andere 2015. Sollte schon 2013 ein Verkauf möglich sein, wolle man auch dafür aufgestellt sein.
Hypo möchte Altlasten abladen
Erleichtern wollten die Hypo-Manager eine Übertragung gesunder Banken zuletzt mit dem Versuch einer Altlasten-Abladung in eine Bad Bank. Die fand aus Gründen der steigenden öffentlichen Schuldenlast bisher nicht das Wohlwollen des Wiener Finanzministeriums. Für einen erfolgreichen Verkauf von Banken ist gerade in Südosteuropa auch eine vorherige Erholung von der dortigen Rezession nötig.
Bisher weniger zeitlichen Stress hat die Republik mit ihrem neuesten Bankanteil, der ihr im April zugefallenen 43-Prozent-Beteiligung an der angeschlagenen ÖVAG (Volksbanken AG). Hier war zunächst die Rede von 2017. Bis dahin muss der Bund aus der ÖVAG spätestens wieder draußen sein. Allerdings sind die EU-Auflagen im EU-Beihilfeverfahren noch nicht bekannt.
Notausgang ist noch offen - aber nützt er etwas?
Immerhin: Einen kleinen Notausgang hat sich die staatliche Bankenbeteiligungsgesellschaft Fimbag ("Banken-ÖIAG") bei der Kommunalkredit offengehalten. Laut Ausschreibung behält sie sich vor, die Frist zu verlängern oder den Prozess auch ganz abzubrechen. Fragt sich nur, ob sich die Dinge dadurch noch zum Guten wenden lassen.
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